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Antwerpen Sehenswürdigkeiten: die Top 15

Antwerpen ist keine Postkartenstadt, und genau darin liegt der Reiz. Zwischen einer gotischen Kathedrale mit vier Werken von Rubens, einem Bahnhof wie ein Palast und einem Modeviertel mit internationalen Namen liegen Hafenkräne, Beton und Straßen, die niemand fotografiert. Beides gehört zusammen.

Hier stehen die 15 Sehenswürdigkeiten, die den Weg wert sind, in ehrlicher Reihenfolge, dazu ein Rundgang zu Fuß, der sie verbindet, und die praktischen Punkte, die dich sonst Geld kosten: Umweltzone, Tickets und die beste Tageszeit.

Antwerpen Sehenswürdigkeiten: die Top 15
Foto: Jean-Pol GRANDMONT, CC BY-SA 3.0 · Wikimedia Commons

Auf einen Blick

  • ProvinzAntwerpen, in Flandern
  • Lokaler NameAntwerpen, auf Französisch Anvers
  • Empfohlene Dauer2 bis 3 Tage
  • UNESCOKathedralturm, Rathaus und Museum Plantin-Moretus
  • AutoUmweltzone, ausländische Kennzeichen vorher registrieren
  • Beste ReisezeitMai bis September, Dezember für den Weihnachtsmarkt

Warum diese Stadt zwei Gesichter hat

Im 16. Jahrhundert war Antwerpen einer der reichsten Orte Europas. Aus dieser Zeit stammen die Kathedrale, das Rathaus, die Gildehäuser und die Druckerei am Vrijdagmarkt. Dann sperrten die nördlichen Niederlande nach 1585 die Scheldemündung, zwei Jahrhunderte lang kam kein Seeschiff mehr durch, und die Stadt versank in der Bedeutungslosigkeit. Erst im 19. Jahrhundert wurde der Fluss freigekauft, danach wuchs der Hafen in die Größe, die er heute hat.

Deshalb siehst du hier zwei Städte übereinander. Die eine besteht aus Handelsgold, Rubens und Renaissancegiebeln, die andere aus Docks, Kränen, Nachkriegsbauten und einem Ring, der die Innenstadt einschnürt. Wer nur die erste sucht, wird zwischendurch enttäuscht sein. Wer beide nimmt, versteht, warum Antwerpen die selbstbewussteste Stadt Belgiens ist. Die Einheimischen nennen sie einfach „’t Stad“, so als gäbe es keine andere.

Gut zu wissen: Antwerpen liegt in Flandern, gesprochen wird Niederländisch, und die Schilder sind einsprachig. Auf Französisch heißt die Stadt Anvers, das siehst du auf Anzeigen in Brüssel und der Wallonie. Wer weiterreist, merkt sich: Lüttich heißt vor Ort Liège, Löwen heißt Leuven, Ypern heißt Ieper.

Die Top 15 Sehenswürdigkeiten in Antwerpen

Die Reihenfolge ist eine Rangliste, keine Route. Die Plätze 1 bis 10 liegen alle innerhalb eines Fußwegs von 25 Minuten, die letzten fünf brauchen Tram, Bus oder einen Tunnel.

1 Liebfrauenkathedrale

Die größte gotische Kirche des Landes, mit einem Turm von 123 Metern, der zum UNESCO-Welterbe der Belfriede gehört. Drinnen hängen vier große Werke von Rubens, drei davon an dem Platz, für den er sie gemalt hat.

Kein anderer Ort in Belgien zeigt Malerei so im Originalzusammenhang. Was du dir ansehen solltest und wann es ruhig ist, steht auf der Seite zur Liebfrauenkathedrale.

2 Grote Markt und Rathaus

Ein dreieckiger Platz mit dem Renaissance-Rathaus von 1565, einer Reihe schmaler Gildehäuser und dem Brabo-Brunnen in der Mitte, der die Sage von der abgeschlagenen Hand erzählt. Auch das Rathaus zählt zu den UNESCO-Belfrieden.

Zum Essen geh besser zwei Straßen weiter. Warum, steht unter Grote Markt und Rathaus.

3 MAS: Museum aan de Stroom

Zehn Etagen roter Sandstein am Eilandje, dazwischen eine Spirale aus Rolltreppen hinter gewelltem Glas. Die Dachterrasse ist frei zugänglich und liefert die beste Aussicht der Stadt: Altstadt, Fluss und Hafen in einem Blick.

Die Sammlung erzählt von Hafen, Handel und der Stadt in der Welt. Details im Beitrag zum MAS.

4 Antwerpen Centraal

Der Bahnhof von 1905 ist eine Sehenswürdigkeit ohne Ticket: Steinfassade, Kuppel, Marmor und daneben eine Halle aus Eisen und Glas. Seit dem Umbau halten die Züge auf mehreren Ebenen übereinander.

Zwanzig Minuten reichen, und du hast eines der schönsten Bahnhofsgebäude Europas gesehen. Mehr unter Antwerpen Centraal.

5 Museum Plantin-Moretus

Das einzige Museum der Welt, das als Ganzes auf der UNESCO-Liste steht. In einem Patrizierhaus mit Innenhof stehen die ältesten erhaltenen Druckpressen der Welt, dazu Schriftgießerei, Bibliothek und Porträts von Rubens.

Es ist das ruhigste gute Museum der Stadt und perfekt für einen Regentag. Alles dazu unter Museum Plantin-Moretus.

6 KMSKA im Zuid

Das Königliche Museum der Schönen Künste hat nach elf Jahren Umbau wieder geöffnet. Hinter der klassizistischen Fassade steckt ein weißer Neubau, der in den alten Hof gesetzt wurde. Gezeigt werden Rubens, altniederländische Malerei und die weltweit größte Sammlung von James Ensor.

Zwei Stunden solltest du einplanen. Das Viertel Zuid drumherum hat die besseren Restaurants der Stadt.

7 Het Steen und das Scheldeufer

Das älteste erhaltene Gebäude der Stadt steht direkt am Kai, dahinter fließt die Schelde als Gezeitenfluss. Der breite Uferweg ist der beste Spaziergang im Zentrum, besonders am späten Nachmittag.

Was du dort machst und wie du auf die andere Seite kommst, steht unter Het Steen und Scheldeufer.

8 MoMu und das Modeviertel

Antwerpen ist die kleinste Stadt Europas mit einem echten Modenamen, seit sechs Absolventen der Königlichen Akademie in den 1980er-Jahren als die Antwerpener Sechs bekannt wurden. Das Modemuseum MoMu zeigt Wechselausstellungen statt einer festen Schau.

Drumherum liegen Designerläden, Vintage und Streetwear, siehe MoMu und das Modeviertel.

9 Rubenshaus

Wohnhaus, Atelier, Kunstkammer und Garten von Peter Paul Rubens, von ihm selbst nach italienischem Vorbild umgebaut. Original erhalten sind vor allem der Portikus und der Gartenpavillon.

Wichtig: Das Haus wird über Jahre umgebaut. Was das für deinen Besuch bedeutet, steht im Beitrag zum Rubenshaus.

10 Diamantviertel und DIVA

Hinter dem Bahnhof liegt auf wenigen hundert Metern ein Weltmarkt: graue Bürohäuser, Poller, Kameras, Männer mit Papierbriefchen in der Jackentasche. Sehen kannst du wenig, verstehen viel.

Die Geschichte dazu erzählt das Museum DIVA in der Altstadt, mehr unter Diamantviertel und DIVA.

11 Sint-Pauluskerk

Eine gotische Kirche mit barocker Ausstattung, ein paar Minuten nördlich vom Grote Markt. Hier hängt eine Serie zum Rosenkranz, an der neben Rubens auch Van Dyck und Jordaens gearbeitet haben, dazu geschnitzte Beichtstühle in beeindruckender Zahl.

Vor der Kirche liegt ein Kalvarienberg aus Figurengruppen, der so gar nicht in eine nordeuropäische Stadt passen will. Eintritt kostet die Kirche in der Regel nichts.

12 Sint-Anna-Tunnel und Linkeroever

Ein Fußgängertunnel von 1933 führt in gut 570 Metern unter der Schelde hindurch, hinunter geht es mit hölzernen Rolltreppen, die noch original sind. Am anderen Ufer liegt die Linkeroever.

Von dort siehst du die komplette Silhouette der Stadt mit Kathedrale, Boerentoren und Kränen. Der Tunnel kostet nichts und ist auch bei Regen ein Erlebnis.

13 Eilandje und Red Star Line Museum

Das älteste Hafenviertel der Stadt rund um Bonaparte- und Willemdok ist heute Wohnquartier mit Museen. In den alten Schuppen erzählt das Red Star Line Museum von den Auswanderern, die von hier nach Amerika fuhren.

Gleich daneben schwebt das Hafenhaus von Zaha Hadid wie ein Schiffsbug über einer alten Feuerwache.

14 Zoo Antwerpen

Direkt neben dem Bahnhof, gegründet 1843, mit denkmalgeschützten Tierhäusern aus dem 19. Jahrhundert. Mit Kindern ein sehr guter halber Tag, ohne Kinder ein ungewöhnlicher Spaziergang durch alte Architektur.

Was du wissen solltest, steht unter Zoo Antwerpen.

15 Middelheimmuseum

Ein Skulpturenpark im Süden der Stadt, frei zugänglich und ohne Eintritt, mit Werken vom frühen 20. Jahrhundert bis heute zwischen alten Bäumen. Hinkommen kannst du mit dem Bus.

An einem sonnigen Nachmittag ist das die entspannteste Stunde, die Antwerpen zu bieten hat, und der Gegenentwurf zu jedem Museumssaal.

Tickets: Für Kathedrale, KMSKA, MoMu, MAS-Sammlung und Plantin-Moretus zahlst du einzeln, oder du nimmst die Städtekarte, die sich ab dem dritten Besuch meist rechnet. Kostenlos bleiben Dachterrasse des MAS, Sint-Anna-Tunnel, Middelheimmuseum, Bahnhof und die Plätze. Zeitfenster brauchst du nur selten, beim Rubenshaus prüfst du vorher, ob überhaupt geöffnet ist.

Zur offiziellen Website

Der Rundgang zu Fuß

Die Innenstadt ist flach und kompakt, vom Bahnhof bis zum Fluss läufst du gut zwanzig Minuten. Das ist die Grundlinie, an der fast alles liegt.

Tag eins beginnt am Bahnhof. Über die Keyserlei kommst du auf den Meir, die große Einkaufsstraße, mit dem Boerentoren am Ende, einem der ersten Hochhäuser Europas aus den 1930er-Jahren, der seit einiger Zeit umgebaut wird. Ein kurzer Abstecher in den Wapper führt zum Rubenshaus, dann weiter zur Groenplaats und zur Kathedrale. Vom Grote Markt sind es fünf Minuten zum Fluss und zu Het Steen, danach am Kai nach Norden zum MAS. Das sind rund vier Kilometer mit allen Umwegen.

Tag zwei gehört dem Süden und der Mode: Vrijdagmarkt mit dem Museum Plantin-Moretus, Nationalestraat mit dem MoMu, dann ins Zuid zum KMSKA und abends dort essen. Wer noch Luft hat, nimmt am Nachmittag den Sint-Anna-Tunnel und schaut von der anderen Seite auf die Stadt zurück.

Tipp: Such die Vlaeykensgang, eine Gasse aus dem 16. Jahrhundert hinter einem unscheinbaren Tor an der Oude Koornmarkt, keine hundert Meter vom Grote Markt. Drinnen hörst du vom Platz nichts mehr. Zwei weitere kostenlose Höhepunkte: die Dachterrasse des MAS am späten Nachmittag und der Blick von der Linkeroever bei Sonnenuntergang.

Praktisches für deinen Besuch

Zwei Tage sind das Minimum, drei sind angenehmer. Mit dem Zug ist die Anreise am einfachsten, aus Brüssel dauert es etwa 45 Minuten, aus Gent knapp eine Stunde. Wer mit dem Auto kommt, muss zweierlei wissen: Die Innenstadt ist Umweltzone, ausländische Kennzeichen müssen sich vorab registrieren, sonst kommt ein Bußgeld per Post. Und die Liefkenshoektunnel unter der Schelde ist die einzige Röhre des Landes, die für Pkw Geld kostet. Alles dazu unter Verkehr in Antwerpen.

Die beste Reisezeit ist Mai bis September, dann liegen die Höchstwerte zwischen 18 und 23 Grad. Regen fällt in jedem Monat an elf bis vierzehn Tagen, am wenigsten im April. Im Dezember läuft der Weihnachtsmarkt rund um Grote Markt und Groenplaats.

Gegessen wird abends. Das Bier der Stadt ist De Koninck, bestellt als „Bolleke“, dazu Garnaalkroketten und Stoofvlees, und Fritten holst du in der Frituur, nicht im Restaurant. Wo es sich lohnt, steht unter Essen und Trinken in Antwerpen, welches Viertel zum Übernachten passt, unter Hotels in Antwerpen. Den Überblick über die ganze Stadt gibt der Stadtführer Antwerpen, und wer noch schwankt, liest den Vergleich Antwerpen oder Gent.

Achtung: Verlass dich bei Museen nicht auf alte Angaben. Das Rubenshaus ist wegen Umbau eingeschränkt, andere Häuser ändern Zeiten saisonal. Ein kurzer Blick auf die offizielle Website am Vorabend spart dir einen umsonst gelaufenen Weg.

Wenn es nicht klappt

  • Wenn es voll istAntwerpen ist selten überlaufen, voll wird es punktuell: samstags auf dem Meir, mittags an der Kathedrale und im Dezember auf dem Grote Markt. Weich dann nach Norden ins Eilandje oder nach Süden ins Zuid aus, dort hast du selbst am Wochenende Platz.
  • Wenn es regnetGute Regenstadt. Kathedrale, Museum Plantin-Moretus, MoMu, KMSKA und MAS liegen alle im Trockenen, dazu die Ladenpassagen am Meir und im Bahnhof. Nur der Uferweg an der Schelde und die Dachterrasse des MAS machen bei Sturm keinen Spaß.
  • Mit KindernZoo direkt neben dem Bahnhof, Rolltreppen und Dachterrasse im MAS, hölzerne Rolltreppen im Sint-Anna-Tunnel und Fritten aus der Frituur: Das trägt zwei Tage. Museen dosieren, Wege sind kurz, Tram und Premetro fahren häufig.
  • Mit eingeschränkter MobilitätDie Innenstadt ist flach, das macht vieles leichter als in anderen belgischen Städten. Dafür ist das Kopfsteinpflaster rund um Grote Markt und Vrijdagmarkt grob. MAS, Bahnhof und die großen Museen sind gut zugänglich, historische Häuser und Kirchen nur teilweise.

Häufige Fragen

Wie viele Tage braucht man für Antwerpen?

Zwei volle Tage sind das sinnvolle Minimum: einer für Bahnhof, Meir, Kathedrale, Grote Markt, Het Steen und MAS, einer für Plantin-Moretus, Modeviertel und KMSKA im Zuid. Mit drei Tagen kommen Zoo, Middelheim oder ein Ausflug nach Mechelen oder Lier dazu. Ein Tag reicht nur für die Altstadt.

Was sind die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Antwerpen?

Die Liebfrauenkathedrale mit vier Werken von Rubens, der Grote Markt mit dem Renaissance-Rathaus, das MAS mit seiner kostenlosen Dachterrasse, der Bahnhof Antwerpen Centraal und das Museum Plantin-Moretus. Danach folgen KMSKA, Het Steen, Modeviertel, Rubenshaus und Diamantviertel. Alle liegen im Zentrum und sind zu Fuß erreichbar.

Was kann man in Antwerpen kostenlos machen?

Einiges: die Dachterrasse des MAS mit dem besten Blick der Stadt, den Bahnhof Antwerpen Centraal, den Sint-Anna-Tunnel mit seinen hölzernen Rolltreppen, den Uferweg an der Schelde, den Skulpturenpark Middelheim und die Plätze der Altstadt. Auch die Sint-Pauluskerk verlangt in der Regel keinen Eintritt.

Braucht man in Antwerpen ein Auto?

Nein, und es macht die Reise komplizierter. Die Innenstadt ist Umweltzone, ausländische Kennzeichen müssen sich vorher registrieren, sonst droht ein Bußgeld. Dazu kommen teure Parkplätze und ein oft verstopfter Ring. Fast alles liegt zu Fuß beieinander, dazu fahren Tram und Premetro.

Ist Antwerpen einen Tagesausflug wert?

Ja, wenn du dich auf die Achse Bahnhof, Meir, Kathedrale, Grote Markt und Het Steen beschränkst. Das schaffst du an einem Tag zu Fuß, mit der Dachterrasse des MAS als Abschluss. Für Museen und Modeviertel brauchst du eine Übernachtung. Aus Brüssel dauert der Zug etwa 45 Minuten.

Wann ist die beste Zeit für einen Besuch?

Mai bis September, dann liegen die Höchstwerte zwischen 18 und 23 Grad und die Terrassen sind offen. Regen fällt in jedem Monat an elf bis vierzehn Tagen, am wenigsten im April. Im Dezember lohnt der Weihnachtsmarkt, dann ist die Stadt am vollsten. Für die Altstadt ist der frühe Morgen immer die ruhigste Zeit.