Auf einen Blick
- Lokaler NameAntwerpen-Centraal, auf Französisch Anvers-Central
- Bauzeit1895 bis 1905
- ArchitektLouis Delacenserie, Bahnsteighalle von Clément Van Bogaert
- EbenenVier, davon drei mit Gleisen
- EintrittFrei, der Bahnhof ist öffentlich zugänglich
- Besuchsdauer20 bis 40 Minuten
Warum du hineingehen solltest
Die meisten Bahnhöfe sind Durchgang. Dieser hier ist ein Ziel. Wenn du aus dem Zug steigst, bleib auf der historischen Ebene stehen und schau nach oben: Über den Gleisen spannt sich eine Halle aus Eisen und Glas, dahinter beginnt eine Empfangshalle aus Stein, Marmor und Gold mit einer Kuppel darüber. Der Übergang zwischen beiden ist der stärkste Moment im ganzen Gebäude.
Der Bahnhof wird regelmäßig zu den schönsten der Welt gezählt, und im Gegensatz zu vielen solchen Listen stimmt es hier.
Der Bau von 1905
Entworfen hat das Empfangsgebäude Louis Delacenserie, gebaut wurde zwischen 1895 und 1905. Es war die Zeit von König Leopold II., in der Belgien gern groß baute, und das sieht man: über zwanzig Sorten Marmor und Naturstein, eine breite Ehrentreppe, Türme, Giebel, Gold. Ein einheitlicher Stil ist das nicht, eher alles auf einmal.
Die Bahnsteighalle daneben stammt von Clément Van Bogaert und ist das genaue Gegenteil: Eisen, Glas, Nieten, eine Konstruktion aus Ingenieursdenken. Zusammen erzählen beide, was um 1900 zählte: Repräsentation und Technik.
Gut zu wissen: Auf Fahrplänen und Wegweisern steht Antwerpen-Centraal, denn hier wird Niederländisch gesprochen. Anvers-Central liest du nur auf französischsprachigen Anzeigen in der Wallonie und in Brüssel. Wer weiterfährt, sollte das im Kopf behalten, sonst sucht er auf der Anzeigetafel den falschen Namen.
Vier Ebenen: vom Kopfbahnhof zum Durchgangsbahnhof
Bis in die 2000er-Jahre endeten hier alle Züge. Wer weiter nach Norden wollte, musste den Kopfbahnhof umständlich umfahren. Beim Umbau wurde deshalb ein Tunnel unter der Stadt gegraben, seit 2007 fahren die Züge Richtung Niederlande direkt durch.
Übrig geblieben ist ein Gebäude auf vier Ebenen: oben die historische Kopfbahnsteighalle unter dem Glasdach, darunter die Verteilerebene mit Läden, und zwei weitere Gleisebenen im Untergrund, die unterste für die durchfahrenden Züge. Die spannende Stelle ist die große Öffnung in der Mitte: Du stehst oben am Geländer und siehst drei Ebenen tief hinunter, während unter dir Züge ein- und ausfahren.
Tipp: Geh für das beste Foto auf die oberste Ebene und stell dich seitlich an das Geländer über der Öffnung. Von dort bekommst du Glasdach, Treppen und die unteren Bahnsteige in ein Bild. Früh am Morgen ist das Licht am besten und die Halle fast leer.
Was direkt nebenan liegt
Der Bahnhof ist ein Startpunkt, kein Umweg. Gleich neben dem Ausgang beginnt der Zoo Antwerpen, gegründet 1843, mit denkmalgeschützten Tierhäusern. Hinter dem Bahnhof, rund um Hoveniersstraat und Pelikaanstraat, liegt das Diamantviertel, in dem ein erheblicher Teil des Welthandels stattfindet, ohne dass man es dem Straßenbild ansieht.
Nach Nordwesten führt die Van Wesenbekestraat in das kleine Chinesenviertel mit seinem Torbogen, nach Südwesten läuft die Keyserlei auf die Einkaufsstraße Meir zu. Bis zur Liebfrauenkathedrale sind es zu Fuß gut zwanzig Minuten, immer geradeaus.
Praktisch: Anschluss und Umsteigen
Von hier fahren Züge nach Brüssel, Gent, Mechelen, Lier und in die Niederlande, dazu die Premetro unter der Stadt Richtung Groenplaats und Linkeroever. Wenn du mit dem Auto anreist, lass ihn stehen: Die Innenstadt ist Umweltzone, ausländische Kennzeichen müssen sich vorher registrieren. Wie das läuft, steht unter Verkehr in Antwerpen, und wie sich Belgien insgesamt mit der Bahn bereisen lässt, unter Belgien mit dem Zug.
Ein Hinweis zum Umsteigen: Manche Züge halten nicht in Centraal, sondern in Antwerpen-Berchem, einer Station weiter südlich. Prüf das auf deiner Verbindung, sonst wartest du am falschen Bahnhof. Alle weiteren Ziele der Stadt findest du unter Sehenswürdigkeiten in Antwerpen.
Tickets: Für den Bahnhof selbst brauchst du keins, das Gebäude ist frei zugänglich. Fahrkarten innerhalb Belgiens kaufst du spontan am Automaten oder in der App, der Preis hängt an der Entfernung und nicht am Buchungszeitpunkt. Nur für internationale Schnellzüge lohnt frühes Buchen, weil die Preise mit der Nachfrage steigen.
Achtung: Rund um den Astridplein vor dem Bahnhof ist abends deutlich mehr los als in der Altstadt. Gefährlich ist das nicht, aber behalte Gepäck und Tasche im Blick, so wie an jedem großen Bahnhof.
Wenn es nicht klappt
- Wenn es voll istVoll ist es zur Rushhour und wenn mehrere Fernzüge gleichzeitig ankommen. Warte dann fünf Minuten, die Halle leert sich schnell wieder. Für ruhige Fotos gehst du auf die oberste Ebene an das Ende der Bahnsteige, dort steht selten jemand.
- Wenn es regnetIdeal bei Regen, du bist komplett unter Dach. In der Verteilerebene liegen Läden und Cafés, und von hier kommst du trocken in die Ladenpassage und weiter Richtung Keyserlei.
- Mit KindernZüge auf drei Ebenen übereinander sind für viele Kinder besser als jedes Museum. Der Zoo liegt direkt neben dem Ausgang, das lässt sich gut verbinden. Aufzüge und Rolltreppen gibt es reichlich, mit Kinderwagen bist du überall.
- Mit eingeschränkter MobilitätDer Bahnhof ist modern erschlossen: Aufzüge zu allen Ebenen, breite Wege, Rampen. Die Wege sind allerdings lang, gerade von den unteren Gleisen bis zur historischen Halle. Wer Unterstützung braucht, meldet sie bei der Bahn rechtzeitig vorher an.
Häufige Fragen
Kann man den Bahnhof Antwerpen Centraal besichtigen?
Ja, jederzeit und kostenlos. Der Bahnhof ist öffentlich zugänglich, du brauchst keine Fahrkarte, um Empfangshalle, Kuppel und die historische Bahnsteighalle zu sehen. Plane 20 bis 40 Minuten ein und geh unbedingt auf die oberste Ebene, von dort siehst du drei Ebenen tief hinunter.
Warum gilt Antwerpen Centraal als schönster Bahnhof?
Weil hier zwei Bauwerke aufeinandertreffen: eine Empfangshalle aus Stein, Marmor und Gold mit Kuppel, gebaut zwischen 1895 und 1905, und daneben eine Bahnsteighalle aus Eisen und Glas. Diese Mischung aus Palast und Ingenieursbau gibt es in dieser Größe kaum ein zweites Mal, daher der Spitzname Eisenbahnkathedrale.
Wie viele Ebenen hat der Bahnhof?
Vier. Oben liegt die historische Kopfbahnsteighalle, darunter die Verteilerebene mit Läden, dann zwei weitere Gleisebenen im Untergrund. Möglich wurde das durch einen Tunnel unter der Stadt, der 2007 in Betrieb ging und aus dem Kopfbahnhof einen Durchgangsbahnhof machte.
Was liegt in der Nähe des Bahnhofs?
Direkt neben dem Ausgang beginnt der Zoo, hinter dem Bahnhof liegt das Diamantviertel, nach Nordwesten das kleine Chinesenviertel. Über die Keyserlei kommst du zur Einkaufsstraße Meir und in gut zwanzig Gehminuten zur Liebfrauenkathedrale. Ein Auto brauchst du dafür nicht.
Halten alle Züge in Antwerpen Centraal?
Nein. Ein Teil der Verbindungen hält stattdessen in Antwerpen-Berchem, einer Station südlich davon. Prüf das vor der Fahrt in deiner Verbindung, sonst wartest du am falschen Bahnhof. Zwischen beiden Stationen fahren regelmäßig Züge, der Weg dauert nur wenige Minuten.





