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Belgien Highlights: 25 Orte, die du gesehen haben musst

Belgien ist das kompakteste Reiseland Westeuropas. Von der Nordsee bis in die Südardennen sind es rund 300 Straßenkilometer, zwischen den großen Städten liegen selten mehr als vierzig Zugminuten, und trotzdem wechseln unterwegs Sprache, Küche und Baustil. Genau das macht eine Bucketlist hier lohnend: Du musst dich kaum entscheiden, du musst nur sortieren.

Diese 25 Orte sind keine Vollständigkeitsübung, sondern eine Auswahl mit Meinung. Die Liste mischt die vier großen Städte, die Küste, das flache Flandern und die Wallonie mit ihren Ardennen, und bei jedem Punkt steht, warum er darin vorkommt. Wer nur ein langes Wochenende hat, nimmt die ersten acht.

Belgien Highlights: 25 Orte, die du gesehen haben musst
Foto: Awjrichards, CC BY-SA 3.0 · Wikimedia Commons

Auf einen Blick

  • LandBelgien, drei Amtssprachen
  • AusdehnungKüste bis Südardennen rund 300 Straßenkilometer
  • UNESCOGrand-Place, Belfriede, Beginenhöfe, Horta-Häuser
  • Empfohlene Dauer4 Tage kurz, 7 Tage rund
  • Beste ReisezeitMai bis September, Dezember für Weihnachtsmärkte
  • AnreiseICE aus Köln und Frankfurt nach Brüssel

Wie diese Liste gedacht ist

Die Reihenfolge ist geografisch, nicht hierarchisch. Erst die vier großen Städte, die alle innerhalb einer Stunde voneinander entfernt liegen. Dann Küste und flaches Flandern, danach die Wallonie mit ihren Felsen, Flüssen und Wäldern. Am Ende steht das, was du in dieser Form nirgendwo sonst bekommst.

Eine Sache vorweg, die deine Planung mehr beeinflusst als jede Sehenswürdigkeit: Ortsnamen wechseln mit der Sprache. In Flandern stehen nur niederländische Namen auf den Schildern, in der Wallonie nur französische. Lüttich heißt Liège, Ypern heißt Ieper, Mons heißt auf Niederländisch Bergen, Löwen heißt Leuven, Tournai heißt Doornik. Wer nach dem deutschen Namen sucht, findet am Autobahnkreuz nichts.

Die großen Städte

1 Grand-Place in Brüssel

Der geschlossenste Marktplatz Europas: Rathaus, Broodhuis und ringsum die Gildehäuser der Zünfte, seit 1998 UNESCO-Welterbe. Komm vor neun Uhr morgens, wenn der Platz noch leer ist, oder nach Einbruch der Dunkelheit, wenn die Fassaden angestrahlt werden. Alles Weitere steht auf der Seite zur Grand-Place.

2 Die Altstadt von Brügge

Seit 2000 steht der gesamte historische Kern auf der Welterbeliste, und das merkst du sofort: keine Hochhäuser, kaum Leuchtreklame, Backstein bis zum Horizont. Vor Ort heißt die Stadt Brugge, und so steht sie auf jedem Wegweiser in Flandern. Der komplette Stadtguide liegt unter Brügge.

3 Der Genter Altar

Das Lamm Gottes der Brüder van Eyck, vollendet 1432, hängt in der Sint-Baafskathedrale in Gent. Nach der langen Restaurierung leuchten die Farben, als wäre die Tafel gestern gemalt worden. Warum sich der Umweg lohnt, steht beim Genter Altar.

4 Der Antwerpener Hauptbahnhof

Ein Bahnhof von 1905, der aussieht wie eine Kathedrale und heute auf vier Ebenen funktioniert. Steig die Treppe zur oberen Halle hinauf und dreh dich um: Marmor, Eisen, Glaskuppel. Auch wer gar keinen Zug nimmt, sollte hier vorbeigehen.

5 Das Atomium in Brüssel

Neun Kugeln aus Stahl, gebaut für die Weltausstellung 1958 und eigentlich nur für ein halbes Jahr gedacht. Es steht bis heute im Norden der Stadt, du fährst mit Rolltreppen durch die Verbindungsrohre und schaust aus der obersten Kugel über Brüssel. Ein Denkmal für eine Zukunft, die anders kam.

6 Eine Grachtenfahrt in Brügge

Eine halbe Stunde im offenen Boot, geduckt unter niedrigen Brücken durch. Klingt nach Touristenfalle, ist aber die einzige Perspektive, aus der du siehst, wie die Häuser direkt aus dem Wasser wachsen. Bei Sturm und starkem Regen fahren die Boote nicht.

7 Gravensteen und Graslei in Gent

Gent hat eine echte Grafenburg mitten im Zentrum, mit Wehrgang, Verlies und Blick über die Dächer. Zweihundert Meter weiter stehen an Graslei und Korenlei die alten Zunfthäuser direkt am Wasser. Abends sitzt die halbe Stadt auf den Stufen zur Leie.

8 Der Oude Markt in Löwen

Ein langgezogener Platz, an dem fast jedes Haus eine Kneipe ist, weshalb er sich längste Theke Europas nennt. Löwen heißt vor Ort Leuven und hat die älteste Universität der Niederlande, gegründet 1425. Im Semester ist hier ab Dienstagabend etwas los.

Küste und flaches Flandern

9 Die Küstentram

Von De Panne an der französischen Grenze bis Knokke an der niederländischen fährt eine einzige Straßenbahnlinie die komplette belgische Küste ab. Du steigst aus, wo dir der Strand gefällt, und wartest selten lange auf die nächste Bahn. Alles dazu unter Nordseeküste.

10 Ypern und das Menentor

Ypern heißt vor Ort Ieper. Die Altstadt wurde nach der vollständigen Zerstörung im Ersten Weltkrieg originalgetreu wieder aufgebaut. Am Menentor wird jeden Abend der Last Post geblasen, seit 1928 und unterbrochen nur während der Besatzung im Zweiten Weltkrieg. Man steht dabei still und fotografiert nicht.

11 Mechelen und der Sint-Rombouts-Turm

Die Stadt zwischen Brüssel und Antwerpen wird von beiden übersehen. Der Turm der Kathedrale wurde nie fertiggebaut und ist trotzdem der beste Aussichtspunkt der Region. Nach oben geht es zu Fuß über mehr als fünfhundert Stufen, einen Aufzug gibt es nicht.

12 Der Große Beginenhof in Löwen

Beginenhöfe waren Wohnanlagen für Frauen, die weder heiraten noch ins Kloster wollten. Dreizehn flämische Höfe stehen seit 1998 gemeinsam auf der Welterbeliste. Der Große Beginenhof in Löwen ist der ausgedehnteste: ganze Gassen aus Backstein, heute Studentenwohnungen, jederzeit frei zugänglich.

13 Die Hopfenfelder um Poperinge

Dicht an der französischen Grenze wächst der Hopfen für einen großen Teil des belgischen Biers. Im Spätsommer klettern die Reben an sechs bis sieben Meter hohen Drahtgerüsten, im Ort erklärt ein Hopfenmuseum den Rest. Wenig Trubel, viel Landschaft, ehrliche Dorfkneipen.

Wallonie und Ardennen

14 Dinant an der Maas

Eine schmale Häuserzeile am Fluss, darüber ein senkrechter Fels, darauf eine Zitadelle, davor eine Kirche mit zwiebelförmigem Turm. Dinant ist außerdem der Geburtsort von Adolphe Sax, dem Erfinder des Saxofons, und die Stadt lässt keinen Zweifel daran aufkommen.

15 Die Zitadelle von Namur

Namur liegt am Zusammenfluss von Maas und Sambre, und über beiden thront eine Festung, an der jahrhundertelang weitergebaut wurde. Oben ist es weitläufig, grün und meist erstaunlich leer. Der Blick ins Maastal ist der beste, den du in der Wallonie ohne Wanderung bekommst.

16 Die Kathedrale von Tournai

Tournai heißt auf Niederländisch Doornik und besitzt eine Kathedrale mit fünf Türmen, die seit 2000 Welterbe ist, dazu einen Belfried, der als ältester des Landes gilt. Die Stadt ist selten voll, weil kaum jemand von ihr weiß. Genau deshalb steht sie hier.

17 Durbuy

Durbuy wirbt damit, die kleinste Stadt der Welt zu sein. Das ist historisch begründet und trotzdem Marketing. Der alte Kern besteht aus wenigen Gassen in grauem Stein an der Ourthe. Am Wochenende schiebt man sich hindurch, unter der Woche ist es ein hübscher Zwischenstopp.

18 Die Grotten von Han-sur-Lesse

Das bekannteste Höhlensystem des Landes, erschlossen und trotzdem eindrucksvoll. Eine alte Straßenbahn bringt dich zum Eingang, drinnen geht es an unterirdischen Flussläufen entlang durch Hallen, in die eine Kirche passen würde. Zieh eine Jacke an, unten bleibt es das ganze Jahr kühl.

19 Die Montagne de Bueren in Lüttich

374 Stufen, die schnurgerade den Hang hinaufführen, ohne Kurve, ohne Gnade. Lüttich heißt vor Ort Liège und auf niederländischen Schildern Luik. Oben stehst du über den Dächern, unten liegt ein Viertel mit lauter kleinen Kneipen. Der Aufstieg dauert länger, als er aussieht.

20 Bouillon an der Semois

Eine Burg auf einem Felsrücken, um den der Fluss eine fast vollständige Schleife legt. Bouillon ist der beste Einstieg in die Südardennen: Wald, Wasser, Aussichtspunkte auf halber Höhe. Im Oktober färbt sich das komplette Tal, und dann ist es hier am schönsten.

21 Das Hohe Venn

Im Osten liegt ein Hochmoor auf gut sechshundert Metern, das im Winter regelmäßig unter Schnee liegt. Gelaufen wird auf Holzstegen, weil der Boden sonst nachgibt. Rundherum liegen Orte, in denen Deutsch Amtssprache ist. Mehr dazu auf der Seite zu den Ardennen.

Was du sonst nirgends bekommst

22 Bastogne und die Ardennenoffensive

Im Dezember 1944 war Bastogne tagelang eingeschlossen. Das Kriegsmuseum am Ortsrand erzählt das aus mehreren Perspektiven und ohne Heldenpathos, auch aus der Sicht der Zivilbevölkerung. In den Wäldern ringsum liegen bis heute Schützenlöcher und Krater. Ein Ort zum Zuhören, nicht zum Abhaken.

23 Der Jugendstil von Victor Horta

Ab 1893 baute Horta in Brüssel Häuser, in denen das Eisen sichtbar bleibt und Licht durch Glasdächer bis ins Erdgeschoss fällt. Vier seiner Stadthäuser sind Welterbe, sein Wohnhaus in Saint-Gilles ist heute Museum. Die schönsten Fassaden siehst du kostenlos beim Durchlaufen der Viertel.

24 Der Karneval von Binche

Binche steht auf der UNESCO-Liste des immateriellen Erbes. Am Höhepunkt ziehen die Gilles durch die Stadt, in Wachsmasken, mit Hüten aus Straußenfedern und Körben voller Orangen, die sie ins Publikum werfen. Der Termin hängt am Osterdatum und wandert deshalb jedes Jahr.

25 Ein Trappistenbier dort, wo es gebraut wird

Trappistenbier darf nur so heißen, wenn es im Kloster unter Aufsicht der Mönche entsteht. Wie viele belgische Abteien das gerade tun, ändert sich, die festen Zahlen aus älteren Reiseführern stimmen oft nicht mehr. Was dahintersteckt, steht unter Bier in Belgien.

Tipp: Wenn du nur wenig Zeit hast, nimm nicht die vier großen Städte, sondern zwei Städte und eine Landschaft. Brügge plus Gent plus ein Tag an der Küste ergibt eine rundere Reise als vier Altstädte in vier Tagen, weil dir sonst nach der dritten Grand-Place alles gleich vorkommt.

So kombinierst du das in einer Woche

Sieben Tage reichen für den größten Teil dieser Liste, wenn du dir zwei Basisquartiere suchst statt jeden Abend das Hotel zu wechseln. Brüssel oder Gent decken den flämischen Teil ab, Namur oder Dinant den wallonischen. Die Zugfahrten dazwischen sind kurz genug, um sie nicht zu spüren.

Tag Basis Programm
1 bis 2 Brüssel Grand-Place, Kunstberg, Jugendstil, Atomium
3 Brüssel Tagesausflug nach Löwen oder Mechelen
4 bis 5 Gent oder Brügge Genter Altar, Gravensteen, Grachten, Küstentram
6 Umzug in die Wallonie Tournai oder Lüttich unterwegs, abends Namur
7 Namur oder Dinant Maastal, Grotten von Han, Ardennen

Der Weg dorthin ist einfacher, als viele denken: Das Land hat eines der dichtesten Bahnnetze Europas, fast jeder Ort auf dieser Liste hat einen Bahnhof. Wie Tickets, Tarife und die zweisprachigen Bahnhofsnamen funktionieren, steht unter Belgien mit dem Zug.

Achtung: Brüssel, Antwerpen und Gent sind Umweltzonen. Ausländische Kennzeichen müssen sich vor der ersten Einfahrt online registrieren, sonst kommt das Bußgeld per Post. Maut gibt es für Pkw sonst keine, mit einer Ausnahme: die Liefkenshoektunnel bei Antwerpen kostet.

Was du guten Gewissens weglassen kannst

Manneken Pis ist kleiner, als jedes Foto vermuten lässt, und die Menschentraube davor ist größer. Zwei Minuten Blick, dann weiter. Waterloo lohnt nur, wenn dich Militärgeschichte wirklich interessiert; der Löwenhügel ist ein Aussichtspunkt über ein Feld, und ohne Vorwissen bleibt es ein Feld.

Auch die Schokoladenläden rund um die großen Plätze kannst du auslassen. Dort steht in fast jedem Regal dieselbe industrielle Ware in unterschiedlichen Schachteln. Wo du stattdessen kaufst und woran du echte Handarbeit erkennst, erklärt die Seite zu Schokolade und Pralinen.

Häufige Fragen

Wie viele Tage braucht man für Belgien?

Für einen ersten Eindruck reichen vier Tage: zwei in Brüssel, einer in Brügge, einer in Gent oder Antwerpen. Eine Woche ist die runde Zahl, weil dann die Wallonie dazukommt, also Maastal, Ardennen und eine Stadt wie Namur oder Lüttich. Wegen der kurzen Distanzen verlierst du kaum Zeit unterwegs.

Was muss man in Belgien unbedingt gesehen haben?

Drei Dinge stehen auf jeder ehrlichen Liste: die Grand-Place in Brüssel, die Altstadt von Brügge und den Genter Altar in der Sint-Baafskathedrale. Danach wird es Geschmackssache. Wer Landschaft will, fährt ins Maastal und in die Ardennen. Wer Geschichte will, fährt nach Ypern oder Bastogne.

Lohnt sich die Wallonie oder reicht Flandern?

Flandern hat die berühmten Altstädte, die Wallonie die Landschaft und deutlich weniger Besucher. Wer zum ersten Mal kommt und wenig Zeit hat, bleibt im Norden. Ab fünf Tagen wird der Süden zum echten Gewinn: Felsen an der Maas, Wälder, Burgen und Städte, in denen du im Sommer noch einen freien Tisch bekommst.

Wann ist die beste Reisezeit für Belgien?

Mai bis September sind am angenehmsten, weil die Terrassen offen sind und die Tage lang. Regen fällt hier in jedem Monat, eine wasserfeste Jacke gehört immer ins Gepäck. Der Dezember lohnt wegen der Weihnachtsmärkte, der Oktober wegen der Farben in den Ardennen. Juli und August sind an der Küste am vollsten.

Braucht man in Belgien ein Auto?

Für die Städte nicht, im Gegenteil. Brüssel, Antwerpen und Gent sind Umweltzonen mit Registrierungspflicht für ausländische Kennzeichen, Parken ist teuer und die Zentren sind eng. Der Zug verbindet alle großen Städte in unter einer Stunde. Für die Ardennen und die kleinen Dörfer ist ein Auto dagegen die bessere Wahl.

Ist Belgien ein teures Reiseland?

Es liegt etwa auf deutschem Niveau, mit Ausschlägen nach oben bei Hotels in Brügge und an der Küste in der Hochsaison. Museen sind moderat, Bier und Fritten sind Alltagsware und entsprechend bezahlbar. Am meisten sparst du, indem du die Restaurants an den zentralen Plätzen meidest und zwei Straßen weiter isst.