Provinz Antwerpen · Antwerpen

Het Steen & Scheldeufer

Het Steen ist das älteste erhaltene Gebäude Antwerpens: ein gedrungener Steinbau mit Türmchen, direkt am Kai der Schelde. Von der mittelalterlichen Burg, zu der er einmal gehörte, ist sonst nichts übrig. Heute sitzt darin das Besucherzentrum der Stadt, davor liegt der Fluss, und ein paar Schritte weiter führt ein Fußgängertunnel unter der Schelde hindurch.

Die Mischung macht den Ort: alte Mauer, breiter Uferweg, Gezeitenfluss und ein Tunnel von 1933 mit hölzernen Rolltreppen. Zusammen ergibt das den Spaziergang, den du in Antwerpen nicht auslassen solltest.

Het Steen & Scheldeufer
Foto: Bobo Boom, CC BY 2.0 · Wikimedia Commons

Auf einen Blick

  • EpocheSteinbau aus dem frühen 13. Jahrhundert
  • HeuteBesucherzentrum der Stadt und Terminal für Flusskreuzfahrten
  • FlussDie Schelde ist hier ein Gezeitenfluss
  • TunnelSint-Anna-Tunnel, 572 Meter, kostenlos
  • Dauer1 bis 2 Stunden mit Uferweg
  • Anreise5 Minuten zu Fuß vom Grote Markt

Das älteste Haus der Stadt

Der Steinbau stammt aus dem frühen 13. Jahrhundert und war Teil der mittelalterlichen Burg, die dem Viertel bis heute den Namen gibt. Im 16. Jahrhundert wurde er umgebaut, danach diente er als Gefängnis, als Sägewerk, als Wohnhaus und schließlich als Museum. Vom Rest der Burganlage steht nichts mehr: Ende des 19. Jahrhunderts wurde das Ufer für die Schifffahrt begradigt, ein ganzer Streifen der Altstadt fiel dafür weg. Het Steen blieb übrig und wirkt deshalb heute etwas verloren am breiten Kai.

Über dem alten Torbogen sitzt ein Relief, das Semini genannt wird, eine Fruchtbarkeitsfigur, die schon vor Jahrhunderten beschädigt wurde und um die sich mehrere Legenden ranken. Bis 2008 war im Gebäude das nationale Schifffahrtsmuseum untergebracht. Dessen Sammlung steht heute im MAS am Eilandje, zwanzig Gehminuten flussabwärts.

Was drin ist

Seit 2021 sitzt im Steen das Besucherzentrum der Stadt: Touristeninformation, Shop und eine Erlebnisausstellung zur Geschichte Antwerpens, gedacht vor allem für den ersten Besuch. Dazu kam ein moderner Anbau mit Terrasse, an dem sich die Stadt bis heute reibt, weil er dem alten Bau sichtbar den Rang abläuft. Von oben hast du dafür den Blick über Fluss und Kaianlagen.

Ehrlich gesagt: Bau und Uferweg sind wichtiger als die Ausstellung. Wenn dein Tag knapp ist, spar dir das Innere und nimm die Zeit für Tunnel und Linkeroever.

Tickets: Touristeninformation und Shop kannst du ohne Ticket betreten, für die Ausstellung brauchst du eines. Vor Ort kaufen reicht in der Regel. Am Kai legen Flusskreuzfahrtschiffe an, das macht den Platz zeitweise voll.

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Der Uferweg an der Schelde

Auf der Kaimauer vor dem Steen verstehst du in fünf Minuten, wovon Antwerpen lebt. Die Schelde ist hier ein Gezeitenfluss: Der Wasserstand ändert sich im Lauf des Tages um mehrere Meter, die Strömung ist kräftig, und Frachter ziehen ohne Vorwarnung vorbei. Gegenüber liegt keine Häuserfront, sondern die flache Linkeroever mit Park und Deich.

Nach Norden läufst du am Wasser entlang in gut zwanzig Minuten zum Eilandje mit den alten Docks, nach Süden in ähnlicher Zeit zum Zuid. Zwischen Steen und Grote Markt liegen fünf Minuten. Auf dem Kai zieht es fast immer, auch im Sommer: Eine Jacke gehört mit.

Mit der Holzrolltreppe unter den Fluss

Wenige Schritte südlich vom Steen liegt der Eingang zum Sint-Anna-Tunnel, dem Fußgängertunnel unter der Schelde. Er wurde 1933 eröffnet, ist 572 Meter lang und liegt rund 31 Meter unter der Oberfläche. Hinunter geht es über hölzerne Rolltreppen aus der Bauzeit, die noch immer laufen, daneben führen Aufzüge nach unten, die auch Kinderwagen und Fahrräder nehmen.

Unten ist die Röhre weiß gekachelt, leicht hallig und meist gut besucht: Pendler mit dem Rad, Läufer, Schulklassen. Radfahren ist erlaubt, aber langsam. Drüben, auf der Linkeroever, stehst du am besten Aussichtspunkt der Stadt. Von dort siehst du die Silhouette mit Kathedralenturm, Steen und Hafenkränen auf einen Blick. Kosten fallen für den Tunnel keine an.

Tipp: Geh am späten Nachmittag hinüber. Dann steht die Sonne im Westen hinter dir, die Altstadt liegt im warmen Licht, und du bekommst das beste Foto der Reise. Zurück nimmst du denselben Weg oder schaust am Steenplein, ob die Waterbus fährt.

Was in der Nähe liegt

Fünf Minuten sind es zum Grote Markt und zur Kathedrale, zehn zum Vlaeykensgang, dem stillen Gassenhof in der Altstadt. Alle Ziele stehen bei den Antwerpener Sehenswürdigkeiten, die Anreise erklärt die Seite zum Verkehr in Antwerpen, den Rahmen gibt der Stadtführer Antwerpen.

Wenn es nicht klappt

  • Wenn es voll istVoll wird es nur direkt am Steen, wenn ein Flusskreuzfahrtschiff anlegt. Lauf dann zweihundert Meter nach Norden, dort ist der Kai leer und der Blick derselbe. Der Tunnel hat praktisch nie Wartezeiten.
  • Wenn es regnetDer Kai ist bei Regen und Wind ungemütlich, der Tunnel dagegen trocken und deshalb eine gute Notlösung. Ganz in der Nähe liegen Grote Markt und Kathedrale, und ein Museumsnachmittag im MAS ist zwanzig Gehminuten entfernt.
  • Mit KindernKinder mögen den Tunnel mehr als die Burg: Rolltreppen aus Holz, Echo in der Röhre, Schiffe auf dem Fluss. Kinderwagen nimmst du in den Aufzug. Am Kai gibt es nicht überall ein Geländer, kleine Kinder also an die Hand nehmen.
  • Mit eingeschränkter MobilitätDer Kai ist flach und befestigt, die Umgebung des Steen aber teils grob gepflastert. Der Anbau hat einen Aufzug, das alte Gebäude erschließt sich nur über Treppen und enge Wendelstufen. In den Tunnel kommst du mit Rollstuhl oder Rollator über die Aufzüge auf beiden Seiten.

Häufige Fragen

Wie alt ist Het Steen wirklich?

Der heutige Steinbau geht auf das frühe 13. Jahrhundert zurück und ist damit das älteste erhaltene Gebäude Antwerpens. Im 16. Jahrhundert wurde er stark umgebaut, später kamen Anbauten dazu, zuletzt 2021 ein moderner Eingangsbau. Die übrige mittelalterliche Burg verschwand im 19. Jahrhundert, als das Scheldeufer für die Schifffahrt begradigt wurde.

Muss man Het Steen von innen ansehen?

Muss man nicht. Im Inneren sitzen Touristeninformation, Shop und eine Erlebnisausstellung zur Stadtgeschichte, die vor allem beim ersten Besuch hilft. Der eigentliche Reiz liegt draußen: der Bau von außen, der breite Kai und der Blick auf den Fluss. Wenn deine Zeit knapp ist, nimm stattdessen den Fußgängertunnel zur Linkeroever.

Ist der Sint-Anna-Tunnel kostenlos?

Ja, der Fußgängertunnel unter der Schelde ist frei zugänglich und kostet nichts. Er wurde 1933 eröffnet, misst 572 Meter und liegt rund 31 Meter tief. Nach unten kommst du über die hölzernen Rolltreppen aus der Bauzeit oder über Aufzüge, die auch Fahrräder und Kinderwagen mitnehmen. Radfahren ist erlaubt, aber im Schritttempo.

Lohnt sich der Weg auf die Linkeroever?

Sehr. Auf dem linken Ufer stehst du an der einzigen Stelle, von der du die komplette Silhouette Antwerpens siehst: Kathedralenturm, Het Steen, Kaispeicher und dahinter die Hafenkräne. Am späten Nachmittag steht die Sonne günstig. Hin und zurück dauert der Abstecher mit Pause etwa eine Stunde, und du kommst trocken durch den Tunnel.

Wie kommt man vom Hauptbahnhof zum Steen?

Zu Fuß über den Meir dauert es rund 25 Minuten, das ist gleichzeitig der schönste Weg durch die Stadt. Schneller geht es mit der Premetro bis Groenplaats, von dort sind es noch fünf Minuten durch die Gassen. Ein Auto brauchst du nicht, im Gegenteil: Die Altstadt liegt in der Umweltzone, und ausländische Kennzeichen müssen sich vorher registrieren.