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Magritte-Museum

Das Magritte-Museum am Königsplatz besitzt die größte Sammlung von René Magritte weltweit: mehr als zweihundert Gemälde, Zeichnungen, Plakate, Fotos und Filme. Der Rundgang ist chronologisch aufgebaut, du fährst nach oben und arbeitest dich durch sein Leben nach unten.

Das Museum gehört zu den Königlichen Museen der Schönen Künste, hat aber einen eigenen Eingang und ein eigenes Ticket. Am Wochenende ist es regelmäßig ausverkauft, deshalb buchst du besser vorher ein Zeitfenster.

Magritte-Museum
Foto: Guywets, CC BY-SA 3.0 · Wikimedia Commons

Auf einen Blick

  • RegionRegion Brüssel-Hauptstadt, Königsplatz
  • Eröffnet2009, im klassizistischen Hôtel Altenloh
  • SammlungGrößte Magritte-Sammlung der Welt, über 200 Werke
  • RundgangChronologisch über drei Etagen, von oben nach unten
  • Dauer1 bis 2 Stunden
  • Anreise5 Minuten zu Fuß vom Bahnhof Bruxelles-Central

Warum Magritte nach Brüssel gehört

René Magritte lebte fast sein ganzes Leben in und um Brüssel und arbeitete jahrelang in einem gewöhnlichen Reihenhaus im Stadtteil Jette. Kein Atelier mit Nordlicht, sondern das Esszimmer. Er trug Anzug, ging mit dem Hund spazieren und malte nachmittags Bilder, in denen Männer mit Melone vom Himmel fallen. Diese Spannung zwischen bürgerlichem Alltag und Bildwelt ist der rote Faden des Museums.

Das Haus eröffnete 2009 im Hôtel Altenloh am Königsplatz, einem klassizistischen Stadtpalais, das für den Zweck komplett umgebaut wurde. Es gehört zu den Königlichen Museen der Schönen Künste, funktioniert aber als eigenes Haus.

Der Rundgang: oben anfangen

Du fährst zuerst mit dem Aufzug in die oberste Etage und gehst dann Stockwerk für Stockwerk nach unten. Oben stehen die frühen Jahre bis Ende der 1920er, die Zeit als Werbegrafiker und der Beginn seiner surrealistischen Arbeit in Paris. In der Mitte folgen die 1930er und 1940er Jahre samt der umstrittenen hellen Periode während des Krieges, in der er im Stil der Impressionisten malte. Unten hängen die späten Werke bis zu seinem Tod 1967.

Diese Reihenfolge lohnt sich, weil du dabei siehst, wie beharrlich Magritte an denselben Motiven gearbeitet hat: der verhüllte Kopf, das Fenster, das Bild im Bild, die Melone. Dazwischen laufen Filmaufnahmen, die er selbst gedreht hat, und du hörst seine Stimme.

Gut zu wissen: Die berühmtesten Magritte-Bilder hängen nicht hier. Die gemalte Pfeife mit dem Satz, dass dies keine Pfeife sei, gehört einem Museum in Los Angeles, andere Schlüsselwerke sind in Privatbesitz oder in New York. In Brüssel siehst du dafür die Entwicklung eines ganzen Künstlerlebens, darunter eine Fassung des Reichs der Lichter mit dem Nachthaus unter Tageshimmel.

Tickets und beste Zeit

Am Wochenende, in den Ferien und an Regentagen ist das Museum voll. Die Säle sind nicht groß, und vor den bekannten Bildern staut es sich schnell. Wer entspannt schauen will, kommt unter der Woche zur Öffnung oder in den letzten anderthalb Stunden vor Schluss.

Tickets: Buche online ein Zeitfenster, besonders für Samstag und Sonntag. Es gibt Kombitickets mit den Alten Meistern und dem Fin-de-Siècle-Museum im Nachbargebäude, die sich lohnen, wenn du ohnehin einen ganzen Museumstag am Königsplatz planst. Sonderausstellungen laufen getrennt.

Zur offiziellen Website

Tipp: Verwechsle das Museum nicht mit dem Magritte-Haus in Jette. Das ist die Wohnung, in der er von 1930 bis 1954 lebte und arbeitete, ein eigenes kleines Museum weit außerhalb des Zentrums. Für Fans lohnt sich der Ausflug, für einen ersten Besuch reicht der Königsplatz.

Womit du es kombinierst

Das Magritte-Museum füllt ein bis zwei Stunden, also selten einen ganzen Vormittag. Direkt nebenan liegen die Königlichen Museen mit Bruegel und Rubens, und der Eingang ist keine hundert Meter entfernt. Wer danach frische Luft braucht, geht auf die Terrasse am Kunstberg oder fünf Minuten weiter in den Sablon.

Magritte begegnet dir in Brüssel danach ständig: auf Wandbildern, in Schaufenstern, auf Souvenirs. Die Stadt hat ihren Surrealisten längst zur Marke gemacht. Wie das mit der starken Comictradition zusammenhängt, liest du beim Comic-Zentrum. Wo das Museum in deiner Tagesplanung sitzt, zeigt die Übersicht der Brüsseler Sehenswürdigkeiten.

Wenn es nicht klappt

  • Wenn es voll istWenn kein Zeitfenster mehr frei ist, geh zuerst in die Königlichen Museen nebenan und versuch es am späten Nachmittag noch einmal. Die letzten Stunden vor Schließung sind fast immer die leersten.
  • Wenn es regnetEin Regentag ist der Hauptgrund, warum es voll wird. Alternativen unter demselben Dach: die Alten Meister und das unterirdische Fin-de-Siècle-Museum, beide zwei Minuten entfernt.
  • Mit KindernFür Kinder ab etwa acht Jahren überraschend gut, weil die Bilder Rätsel sind. Frag sie vor jedem Werk, was daran nicht stimmt, dann tragen sie eine Stunde locker mit.
  • Mit eingeschränkter MobilitätDas Haus ist modern umgebaut, ein Aufzug verbindet alle Etagen, und der Rundgang führt ohnehin von oben nach unten. Der Zugang vom Königsplatz ist eben, das Pflaster davor allerdings grob.

Häufige Fragen

Hängt die berühmte Pfeife im Magritte-Museum?

Nein. Das Bild mit dem Satz, dass dies keine Pfeife sei, gehört einem Museum in Los Angeles. Auch andere weltbekannte Werke sind in Privatsammlungen oder in New York. Brüssel besitzt dafür die größte Sammlung insgesamt, mit über zweihundert Arbeiten aus allen Schaffensphasen, darunter eine Fassung des Reichs der Lichter.

Braucht man ein Zeitfenster für das Magritte-Museum?

Am Wochenende, in den Ferien und an Regentagen unbedingt. Die Räume sind vergleichsweise klein, deshalb begrenzt das Haus den Zutritt. Unter der Woche kommst du morgens meist auch spontan hinein. Wer sicher gehen will, bucht online, das kostet nichts extra und spart im Zweifel eine vergebliche Anreise.

Wie lange dauert der Besuch?

Ein bis zwei Stunden, je nachdem wie genau du liest. Der Rundgang beginnt in der obersten Etage und führt chronologisch nach unten, das hält das Tempo automatisch. Wer die Filme und Dokumente mitnimmt, bleibt eher zwei Stunden. Danach lässt sich gut das Nachbarhaus mit den Alten Meistern anhängen.

Ist das Magritte-Museum dasselbe wie das Magritte-Haus?

Nein. Das Magritte-Museum liegt am Königsplatz im Zentrum und zeigt die große Sammlung. Das Magritte-Haus ist seine frühere Wohnung im Stadtteil Jette, in der er von 1930 bis 1954 lebte und viele seiner bekanntesten Bilder malte. Beide sind getrennte Museen mit eigenen Tickets.

Lohnt sich das Kombiticket mit den Königlichen Museen?

Wenn du einen ganzen Tag am Königsplatz einplanst, ja. Beide Häuser liegen im selben Block, und du sparst gegenüber zwei Einzeltickets. Wer nur wenige Stunden hat, sollte sich entscheiden: Magritte für einen kompakten, klar erzählten Rundgang, die Alten Meister für Bruegel, Rubens und die flämische Malerei.