Auf einen Blick
- RegionRegion Brüssel-Hauptstadt, Königsplatz
- Namen vor OrtMusées royaux des Beaux-Arts, Koninklijke Musea voor Schone Kunsten
- GebäudeHauptbau von Alphonse Balat, 1880 eröffnet
- TeileAlte Meister, Fin de Siècle, Magritte, dazu zwei Satellitenmuseen
- Dauer2 bis 3 Stunden, mit Magritte ein ganzer Tag
- Anreise5 Minuten zu Fuß vom Bahnhof Bruxelles-Central
Wie das Haus aufgebaut ist
Verwirrend ist vor allem der Name. Die Königlichen Museen sind kein einzelnes Museum, sondern ein Verbund. Im Hauptgebäude am Königsplatz liegen das Museum der Alten Meister und, mehrere Etagen tiefer, das Fin-de-Siècle-Museum. Gleich nebenan, im selben Häuserblock, hat das Magritte-Museum einen eigenen Eingang und ein eigenes Ticket. Dazu kommen zwei kleine Satellitenmuseen in anderen Vierteln, das Wiertz-Museum und das Meunier-Museum.
Das Hauptgebäude entwarf Alphonse Balat, derselbe Architekt, der für Leopold II. die Königlichen Gewächshäuser in Laeken baute. Es wurde 1880 eröffnet, hat eine klassizistische Säulenfront und innen hohe Oberlichtsäle. Der Bau selbst ist Teil des Erlebnisses.
Die Alten Meister: was du nicht verpassen darfst
Der Kern der Sammlung reicht vom 15. bis ins 18. Jahrhundert. Die Flämischen Primitiven sind mit Rogier van der Weyden, Dirk Bouts und Hans Memling vertreten, also mit derselben Malergeneration, die du auch in Brügge und Gent findest.
Der berühmteste Saal gehört Pieter Bruegel dem Älteren. Hier hängt der Sturz der Aufrührerischen Engel von 1562, ein Bild voller Mischwesen, Fische mit Beinen und Insekten mit Menschengesichtern, das man zwanzig Minuten lang anschauen kann, ohne fertig zu werden. Daneben die Volkszählung zu Bethlehem, eine flämische Winterlandschaft mit biblischem Thema. Auch die Landschaft mit dem Sturz des Ikarus hängt hier, deren Zuschreibung an Bruegel die Forschung inzwischen bezweifelt: Vermutlich handelt es sich um eine Kopie nach einem verlorenen Original. Das Museum sagt das offen, und es macht das Bild nicht weniger sehenswert.
Eine Etage weiter kommen die großen Barockformate: Rubens mit mehreren monumentalen Altarbildern, dazu Jordaens und van Dyck. Und dann, fast unauffällig, der Tod des Marat von Jacques-Louis David aus dem Jahr 1793, eines der bekanntesten politischen Bilder der Kunstgeschichte. Dass es in Brüssel hängt, wissen die wenigsten Besucher vorher.
Gut zu wissen: Die Beschriftungen stehen auf Französisch und Niederländisch, meist mit englischer Übersetzung. Deutschsprachige Texte findest du selten. Wenn dir Erklärungen wichtig sind, nimm den Audioguide oder lade dir vorher die App des Hauses herunter.
Fin de Siècle: das unterirdische Museum
Unter dem Hauptbau liegt das Fin-de-Siècle-Museum, das sich über mehrere Ebenen nach unten schraubt. Es zeigt die belgische Kunst zwischen etwa 1868 und dem Ersten Weltkrieg, also die Zeit, in der Brüssel eine europäische Kunsthauptstadt war.
Hier hängen James Ensor mit seinen Masken, Fernand Khnopff, Léon Spilliaert und Théo van Rysselberghe. Dazu kommen Möbel, Glas und Schmuck des Jugendstils sowie Zeichnungen von Victor Horta. Wer sich für die Architektur der Zeit interessiert, sollte das Fin-de-Siècle-Museum vor dem Horta-Museum besuchen, dann versteht er das Wohnhaus danach besser.
Wie viel Zeit realistisch ist
Zwei Stunden für die Alten Meister sind das Minimum, drei sind angenehmer. Wenn du das Fin-de-Siècle-Museum dazunimmst, planst du einen halben Tag. Wer zusätzlich ins Magritte-Museum will, verbringt einen ganzen Tag am Königsplatz und braucht dazwischen eine Pause.
Der ehrliche Rat: Nimm dir nicht alles vor. Such dir vorher zwei Bereiche aus, gönn dir dort Zeit und lass den Rest liegen. Museumsmüdigkeit trifft in Brüssel besonders schnell, weil die Säle groß sind und die Sammlung dicht hängt.
Tickets: Für Alte Meister und Fin de Siècle gibt es ein gemeinsames Ticket, das Magritte-Museum wird separat oder als Kombiticket verkauft. Sonderausstellungen kosten extra und brauchen oft ein Zeitfenster. Wer an mehreren Tagen Museen besucht, prüft die Brüsseler Museumskarte. Kaufe online, wenn du am Wochenende oder bei Regen kommst.
Tipp: Geh zuerst in den Bruegel-Saal, bevor die Gruppen kommen, und arbeite dich danach rückwärts durch die Sammlung. Die meisten Besucher laufen die Chronologie von vorn ab und stehen dann alle gleichzeitig vor denselben Bildern.
Rundherum
Das Museum liegt am Königsplatz, also direkt oben am Kunstberg. Für die Pause zwischendurch gehst du fünf Minuten in den Sablon, wo es Cafés und Pralinenläden gibt. Wie sich der Museumstag in eine Gesamtroute einfügt, steht bei den Brüsseler Sehenswürdigkeiten. Und wenn du danach genug von Innenräumen hast, führt die Straße bergab zurück zur Grand-Place.
Wenn es nicht klappt
- Wenn es voll istBei Regen und am Wochenende stauen sich die Besucher an der Kasse. Buche online, komm zur Öffnung und starte gegen den Strom, also nicht im ersten Saal, sondern hinten in der Chronologie.
- Wenn es regnetEin Regentag ist hier gut aufgehoben, aber genau dann kommen alle. Wenn es voll ist, weiche auf das Musikinstrumentenmuseum am selben Platz oder auf das Fin-de-Siècle-Museum unter dem Haus aus.
- Mit KindernFür kleine Kinder anstrengend, für ältere gut machbar, wenn du ihnen den Bruegel-Saal als Suchbild anbietest: Wie viele Fabelwesen findet ihr auf einem Bild? Danach reicht es meist.
- Mit eingeschränkter MobilitätDas Haus ist über einen barrierefreien Eingang zugänglich, Aufzüge verbinden die Ebenen, auch das tief liegende Fin-de-Siècle-Museum. Die Wege sind lang, deshalb lohnt sich eine Pause im Museumscafé fest eingeplant.
Häufige Fragen
Welche berühmten Bilder hängen in den Königlichen Museen?
Am bekanntesten sind Pieter Bruegels Sturz der Aufrührerischen Engel und die Volkszählung zu Bethlehem sowie der Tod des Marat von Jacques-Louis David. Dazu kommen Werke von Rogier van der Weyden, Hans Memling, Rubens, van Dyck und Jordaens. Im Fin-de-Siècle-Museum hängen James Ensor, Fernand Khnopff und Léon Spilliaert.
Wie viel Zeit sollte man einplanen?
Für die Alten Meister brauchst du mindestens zwei Stunden, angenehmer sind drei. Mit dem Fin-de-Siècle-Museum wird ein halber Tag daraus, mit dem Magritte-Museum ein ganzer. Such dir lieber zwei Bereiche aus und nimm dir dort Zeit, statt alles im Schnelldurchlauf mitzunehmen.
Ist das Magritte-Museum im Ticket enthalten?
Nein, das Magritte-Museum hat einen eigenen Eingang und ein eigenes Ticket, obwohl es zum selben Verbund gehört. Es gibt aber Kombitickets, die beide Häuser abdecken. Wenn du beides sehen willst, kaufe die Kombination gleich beim ersten Besuch, das spart Zeit an der Kasse.
Gibt es einen freien Eintritt?
Die föderalen Museen in Brüssel haben traditionell einen freien Nachmittag pro Monat, meist am ersten Mittwoch. Die Regelung kann sich ändern und gilt nicht immer für Sonderausstellungen. Prüfe das vor deinem Besuch auf der offiziellen Website, und rechne an solchen Nachmittagen mit deutlich mehr Andrang.
Wo liegen die Königlichen Museen?
Am Königsplatz, oben am Kunstberg, an der Rue de la Régence oder Regentschapsstraat. Vom Bahnhof Bruxelles-Central sind es fünf Minuten zu Fuß und fast keine Steigung, von der Grand-Place etwa zehn Minuten bergauf. Das Magritte-Museum und das Musikinstrumentenmuseum liegen direkt daneben.






