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Kunstberg & Königlicher Palast

Der Kunstberg, französisch Mont des Arts, ist die Treppenterrasse zwischen Unter- und Oberstadt und der beste kostenlose Aussichtspunkt im Zentrum von Brüssel. Von oben schaust du über einen formalen Garten hinweg auf die Dächer der Altstadt und auf den Turm des Rathauses.

Oben schließt der Königsplatz an, ein streng weißes klassizistisches Ensemble. Hier stehen der Königliche Palast, der nur im Sommer öffnet, die großen Kunstmuseen und das Musikinstrumentenmuseum in einem der schönsten Jugendstilhäuser der Stadt.

Kunstberg & Königlicher Palast
Foto: Michielverbeek, CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons

Auf einen Blick

  • RegionRegion Brüssel-Hauptstadt
  • Namen vor OrtMont des Arts (französisch), Kunstberg (niederländisch)
  • AnlageHeutiger Garten 1958 zur Weltausstellung angelegt
  • PalastNur im Sommer für Besucher geöffnet, ohne Eintritt
  • Dauer30 Minuten für die Terrasse, mit Museen ein halber Tag
  • Anreise3 Minuten zu Fuß vom Bahnhof Bruxelles-Central

Die Terrasse und der Blick

Brüssel besteht aus zwei Ebenen. Unten liegt die alte Handelsstadt mit der Grand-Place, oben die Stadt des Hofes, der Verwaltung und der Museen. Der Kunstberg ist die Verbindung: eine breite Treppenanlage mit einem geometrischen Garten in der Mitte, flankiert von zwei wuchtigen Gebäuden aus den 1950er Jahren.

Der Blick von oben ist der klassische Postkartenblick auf Brüssel. Du siehst über den Garten hinweg die Unterstadt und dahinter den Rathausturm mit der Michaelsfigur. Am schönsten ist es kurz vor Sonnenuntergang, wenn die Fassaden warm werden und unten die Lichter angehen. Der Platz kostet nichts, ist immer zugänglich und wird abends zum Treffpunkt.

Dass es diesen Ort überhaupt gibt, war lange umstritten. Leopold II. ließ um 1900 ein ganzes Armenviertel abreißen, danach lag das Gelände jahrzehntelang brach. Erst zur Weltausstellung 1958 entstand die heutige Anlage mit dem formalen Garten. An der Mauer hängt außerdem eine Uhr mit Glockenspiel und beweglichen Figuren, die zu jeder vollen Stunde in Bewegung geraten.

Tipp: Steig die Treppe nicht hinauf, sondern nimm auf dem Rückweg die Rolltreppen und Aufzüge in den angrenzenden Gebäuden. Wer von unten kommt und sich den Anstieg sparen will, fährt mit dem Zug bis Bruxelles-Central und läuft von dort auf gleicher Höhe hinüber.

Königsplatz und Coudenberg

Oben liegt der Place Royale, niederländisch Koningsplein: weiße Fassaden, ein Reiterstandbild von Gottfried von Bouillon und die Kirche Saint-Jacques-sur-Coudenberg, die eher wie ein römischer Tempel aussieht als wie eine Kirche. Das Ensemble entstand im späten 18. Jahrhundert.

Unter dem Platz liegt der eigentliche Schatz: die Reste des Coudenberg-Palastes, in dem Karl V. residierte. Der Palast brannte 1731 ab, danach wurde das Gelände planiert und überbaut. Die Straßen und Keller darunter sind heute begehbar, der Zugang läuft über das benachbarte BELvue-Museum zur belgischen Geschichte. Wenn du eine Stunde übrig hast und unterirdische Straßenzüge magst, ist das eine der ungewöhnlichsten Adressen der Stadt.

Der Königliche Palast

Der Palais Royal an der Ostseite ist der offizielle Arbeitspalast der belgischen Königsfamilie. Gewohnt wird dort nicht, die Familie residiert im Schloss Laeken im Norden der Stadt. Deshalb kann der Palast im Sommer für Besucher geöffnet werden, wenn der Hof ohnehin nicht arbeitet.

Die Öffnung beginnt traditionell kurz nach dem Nationalfeiertag am 21. Juli und läuft bis Anfang September. Eintritt wird nicht verlangt, dafür stehst du bei gutem Wetter in einer Schlange und gehst durch eine Sicherheitskontrolle. Drinnen siehst du Empfangssäle, Kronleuchter und den Spiegelsaal, dessen Decke der Künstler Jan Fabre mit Millionen schillernder Käferflügel verkleidet hat. Das ist der Moment, für den viele überhaupt kommen.

Tickets: Für den Königlichen Palast brauchst du kein Ticket, nur Geduld und einen Ausweis für die Kontrolle. Die genauen Wochen der Sommeröffnung stehen jedes Jahr neu auf der offiziellen Website. Für Coudenberg und BELvue gibt es ein gemeinsames Ticket, das du vor Ort kaufst.

Zur offiziellen Website

Musikinstrumentenmuseum im Old England

Ein Stück weiter steht das MIM, das Musikinstrumentenmuseum, im ehemaligen Kaufhaus Old England: schwarze Eisenkonstruktion, Glas, geschwungene Linien, gebaut 1899 von Paul Saintenoy. Schon das Gebäude ist einen Umweg wert, wenn dich der Brüsseler Jugendstil interessiert, über den du mehr beim Horta-Museum liest.

Drinnen stehen über tausend Instrumente aus aller Welt. Du bekommst am Eingang Kopfhörer, und sobald du vor einer Vitrine stehst, hörst du automatisch, wie das Instrument klingt. Ganz oben liegt ein Café mit Dachterrasse und weitem Blick über die Stadt, das auch ohne Museumsticket zugänglich ist.

Gut zu wissen: Am Königsplatz beginnen auch die Königlichen Museen der Schönen Künste und das Magritte-Museum. Beide haben eigene Eingänge und eigene Tickets. Wer beides sehen will, plant einen ganzen Tag auf dem Kunstberg ein und macht dazwischen eine Pause auf der Terrasse.

Wie du den Kunstberg einplanst

Der Kunstberg funktioniert am besten als Klammer um deinen Museumstag: morgens hinauf, Museen, mittags eine Pause auf den Stufen, nachmittags weiter zum Sablon, der nur fünf Minuten entfernt liegt. Abends kommst du für den Blick auf die beleuchtete Unterstadt noch einmal zurück. Wie alles zusammenhängt, steht in der Übersicht der Brüsseler Sehenswürdigkeiten.

Wenn es nicht klappt

  • Wenn es voll istDie Terrasse ist groß genug für alle, eng wird es nur beim Sonnenuntergang auf den obersten Stufen. Beim Palast im Sommer gilt: Komm direkt zur Öffnung oder in der letzten Stunde, dann ist die Schlange kurz.
  • Wenn es regnetBei Regen gehst du direkt in eines der Museen am Platz. Das Musikinstrumentenmuseum, die Königlichen Museen und das unterirdische Coudenberg-Gelände liegen alle in zwei Gehminuten.
  • Mit KindernDie Treppen und der Garten laden zum Herumlaufen ein, das Musikinstrumentenmuseum mit den Kopfhörern funktioniert mit Kindern erstaunlich gut. Der Palast ist für Kinder eher zäh.
  • Mit eingeschränkter MobilitätDer Höhenunterschied ist echt, aber vermeidbar: In den Gebäuden neben der Treppe fahren Aufzüge und Rolltreppen, und vom Bahnhof Bruxelles-Central erreichst du die obere Ebene fast eben. Der Königsplatz selbst ist flach und glatt gepflastert.

Häufige Fragen

Kann man den Königlichen Palast in Brüssel besichtigen?

Ja, aber nur im Sommer. Der Palast öffnet traditionell kurz nach dem Nationalfeiertag am 21. Juli und bleibt bis Anfang September zugänglich. Eintritt wird nicht verlangt, du musst nur durch eine Sicherheitskontrolle. Die genauen Wochen ändern sich jedes Jahr und stehen auf der offiziellen Website des Königshauses.

Ist der Kunstberg kostenlos?

Ja. Die Terrasse, der Garten und der Königsplatz sind öffentlicher Raum und rund um die Uhr frei zugänglich. Bezahlen musst du nur in den Museen. Damit ist der Kunstberg der beste kostenlose Aussichtspunkt im Zentrum, besonders am frühen Abend, wenn die Unterstadt beleuchtet wird.

Was ist der Coudenberg?

Der Coudenberg war der Palast der Herzöge von Brabant und später die Residenz Karls V. Er brannte 1731 ab, die Ruinen wurden abgetragen und überbaut. Unter dem heutigen Königsplatz sind Keller, Säle und eine ganze Straße erhalten geblieben. Der Zugang läuft über das benachbarte BELvue-Museum.

Lohnt sich das Musikinstrumentenmuseum?

Ja, gleich doppelt. Das Museum sitzt im Old-England-Gebäude von 1899, einem der schönsten Jugendstilbauten der Stadt. Drinnen hörst du über Kopfhörer automatisch, wie die Instrumente klingen, vor denen du gerade stehst. Ganz oben gibt es ein Café mit Dachterrasse und weitem Blick über Brüssel.

Wie kommt man vom Zentrum auf den Kunstberg?

Von der Grand-Place läufst du etwa zehn Minuten bergauf, vom Bahnhof Bruxelles-Central nur drei Minuten und fast ohne Steigung. Wer den Anstieg vermeiden will, nutzt die Aufzüge und Rolltreppen in den Gebäuden neben der Treppenanlage. Von oben sind es fünf Minuten weiter zum Sablon.