Provinz Antwerpen · Antwerpen

Verkehr in Antwerpen: Tram, Zug & Anreise

Antwerpen ist zu Fuß kleiner, als die Karte vermuten lässt. Vom Hauptbahnhof bis zum Grote Markt läufst du rund 25 Minuten, und dazwischen liegt fast alles, was du sehen willst. Für längere Wege fahren Straßenbahnen, die im Zentrum in Tunnel abtauchen und dort Premetro heißen.

Kompliziert wird es nur mit dem Auto. Die Innenstadt ist Umweltzone, ausländische Kennzeichen müssen sich vorher registrieren, der Ring steht regelmäßig, und Parken kostet. Wer das weiß, kommt entspannt an. Wer es nicht weiß, bekommt Post.

Auf einen Blick

  • NahverkehrDe Lijn mit Tram, Premetro und Bus
  • BahnhöfeAntwerpen Centraal und Antwerpen-Berchem
  • UmweltzoneInnenstadt und Teile der Linkeroever, Registrierungspflicht
  • ParkenPark-and-ride-Plätze am Stadtrand
  • RadLeihräder von Velo mit Stationen im Zentrum
  • MautNur die Liefkenshoektunnel kostet Gebühr

Zu Fuß: die ehrlichste Empfehlung

Die Innenstadt liegt in einem Halbkreis um die Schelde und misst kaum mehr als zwei Kilometer. Vom Bahnhof über den Meir zur Kathedrale sind es 25 Minuten, vom Grote Markt zum MAS am Eilandje noch einmal zwanzig, ins Zuid ähnlich lang. Rechne in der Altstadt mit grobem Kopfsteinpflaster, das ist mit Rollkoffer und dünnen Sohlen unangenehm.

Tram und Premetro: wie De Lijn funktioniert

Den Nahverkehr in ganz Flandern betreibt De Lijn. In Antwerpen sind das vor allem Straßenbahnen, von denen mehrere Linien im Zentrum in einen Tunnel fahren. Diesen unterirdischen Teil nennt man Premetro, die Eingänge sind mit einem M gekennzeichnet. Wichtige Haltestellen sind der Hauptbahnhof, Opera, Meir und Groenplaats mitten in der Altstadt. Aus dem Tunnel kommen die Bahnen am Stadtrand wieder ans Tageslicht.

Tickets kaufst du vor dem Einsteigen: über die App von De Lijn, an Automaten oder in Verkaufsstellen und Zeitungsläden. Beim Fahrer wird es teurer, und nicht jedes Fahrzeug verkauft überhaupt. Beim Einsteigen hältst du das Ticket an das Gerät, auch wenn du schon bezahlt hast. Für mehrere Fahrten am Tag lohnt sich eine Tageskarte.

Gut zu wissen: Die Premetro-Stationen sind größer, als du erwartest, und mehrere von ihnen wurden von Künstlern gestaltet. Wer auf den Anschluss wartet, sollte sich umsehen statt aufs Handy.

Mit dem Zug

Antwerpen Centraal ist der Hauptbahnhof und liegt zentral im Osten der Innenstadt. Seit dem Umbau fahren die Züge nach Norden unter der Stadt hindurch, die Gleise liegen auf mehreren Ebenen übereinander. Nach Brüssel dauert es rund 45 Minuten, nach Gent knapp eine Stunde, nach Brügge etwa anderthalb. Richtung Niederlande fahren Züge über Roosendaal nach Rotterdam und Amsterdam, dazu kommen Hochgeschwindigkeitszüge auf derselben Strecke.

Aus Deutschland fährst du meistens mit Umstieg in Brüssel, alternativ über die Niederlande. Alle Ziele und Tickets erklärt die Seite Belgien mit dem Zug. Und ein Tipp für Reisende mit Hotel im Süden der Stadt: Viele Züge halten auch in Antwerpen-Berchem, von dort bist du schneller im Zuid als vom Hauptbahnhof. Der Bahnhof Centraal selbst ist ein Denkmal und einen Umweg wert.

Auto: Umweltzone, Registrierung und Tunnel

Antwerpen hat seit 2017 eine Umweltzone. Sie umfasst die Innenstadt innerhalb des Rings und einen Teil der Linkeroever, die Grenzen sind ausgeschildert. Entscheidend für dich: Fahrzeuge mit ausländischem Kennzeichen müssen vor der ersten Einfahrt online registriert werden, auch wenn sie die Abgasnorm erfüllen. Ohne Registrierung kommt ein Bußgeld per Post, denn Kameras lesen die Kennzeichen automatisch. Ältere Diesel brauchen zusätzlich eine Ausnahme oder eine Tageszulassung.

Für Pkw gibt es in Belgien keine Maut, mit einer Ausnahme in Antwerpen: Die Liefkenshoektunnel unter der Schelde kostet Gebühr. Die Kennedytunnel ist frei, steht dafür oft im Stau. Am Ring wird seit Jahren gebaut, Umleitungen und Sperrungen ändern sich laufend. Alle Regeln für die Anreise stehen im Beitrag Mit dem Auto nach Belgien.

Achtung: Die Registrierung für die Umweltzone muss vor der Einfahrt erfolgen, nachträglich hilft sie nicht mehr. Das gilt auch, wenn du nur zur Hotelgarage fährst.

Parken: am Rand statt in der Mitte

Rund um die Stadt liegen Park-and-ride-Plätze, unter anderem auf der Linkeroever und im Norden. Von dort fährst du mit Tram oder Bus ins Zentrum, oft zu einem Kombitarif, der die Fahrt einschließt. Das ist bequemer und günstiger als jede Suche in der Altstadt.

Im Zentrum selbst gibt es Tiefgaragen, die aber ins Geld gehen. Straßenparkplätze sind fast überall gebührenpflichtig und in Wohnvierteln oft Anwohnern vorbehalten. Bezahlt wird am Automaten oder per App, immer mit dem Kennzeichen. Kontrolliert wird streng.

Rad, Tunnel und Wasser

Antwerpen hat ein Leihradsystem mit Stationen im ganzen Zentrum, du buchst Tages- oder Wochenzugang über die App. Radwege sind gut ausgebaut, aber pass auf die Straßenbahnschienen auf: Immer im spitzen Winkel kreuzen, sonst steckt das Vorderrad fest.

Auf die Linkeroever kommst du ohne Auto durch den Sint-Anna-Fußgängertunnel mit seinen hölzernen Rolltreppen, wie es die Seite zu Het Steen und dem Scheldeufer beschreibt. Auf dem Fluss verkehrt außerdem die Waterbus, die am Steenplein hält und flussauf und flussab fährt. Für einen Nachmittag ist das die schönste Verbindung der Stadt.

Flughäfen

Antwerpen hat einen kleinen Flughafen mit wenigen Verbindungen. Wer fliegt, landet meist in Brüssel-Zaventem und fährt von dort mit dem Zug weiter. Aus dem Rheinland sind es rund 200 Kilometer bis Antwerpen, aus Hamburg oder München deutlich mehr. Für die meisten deutschen Gäste ist der Zug die einfachste Anreise. Den Rahmen für die Stadt gibt der Stadtführer Antwerpen, die Viertelwahl erklärt die Seite zu Hotels in Antwerpen.

Häufige Fragen

Wie funktioniert die Umweltzone in Antwerpen für deutsche Kennzeichen?

Fahrzeuge mit ausländischem Kennzeichen müssen sich vor der ersten Einfahrt online registrieren, sonst wird ein Bußgeld fällig. Das gilt auch dann, wenn dein Auto die geforderte Abgasnorm erfüllt, denn die Kameras erkennen nur das Kennzeichen. Ältere Diesel brauchen zusätzlich eine Ausnahme. Die Zone umfasst die Innenstadt innerhalb des Rings und einen Teil der Linkeroever.

Braucht man in Antwerpen ein Auto?

Nein. Die Innenstadt ist zu Fuß in einer halben Stunde durchquert, für längere Wege fahren Tram und Bus im Minutentakt. Mit dem Auto hast du Umweltzone, teure Parkplätze und einen chronisch verstopften Ring am Hals. Wer trotzdem anreist, stellt den Wagen auf einem Park-and-ride-Platz am Stadtrand ab.

Wie lange dauert der Zug von Brüssel nach Antwerpen?

Etwa 45 Minuten, mehrmals pro Stunde. Von Gent brauchst du knapp eine Stunde, von Brügge rund anderthalb. Richtung Niederlande fahren Züge über Roosendaal nach Rotterdam und Amsterdam. Antwerpen eignet sich deshalb gut als Basis für Tagesausflüge oder als Zwischenstopp auf dem Weg zwischen Deutschland und den Niederlanden.

Wie kauft man Tickets für Tram und Bus?

Am besten vor dem Einsteigen über die App von De Lijn, an Automaten oder in Verkaufsstellen. Beim Fahrer zahlst du mehr. Beim Einsteigen musst du das Ticket an das Lesegerät halten, auch wenn es schon bezahlt ist. Wer mehrmals am Tag fährt, nimmt eine Tageskarte. Kinder und Jugendliche fahren zu ermäßigten Tarifen.

Gibt es in Belgien Maut für Pkw?

Für normale Pkw nicht, die Autobahnen sind kostenlos. Eine Ausnahme liegt direkt bei Antwerpen: Die Liefkenshoektunnel unter der Schelde kostet Gebühr. Die parallele Kennedytunnel ist frei, dort steht der Verkehr dafür regelmäßig. Wer Zeit sparen will und die Gebühr nicht scheut, nimmt die Liefkenshoektunnel.