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Rubenshaus Antwerpen

Am Wapper, keine hundert Meter von der Einkaufsstraße Meir entfernt, steht das Haus, in dem Peter Paul Rubens dreißig Jahre lang gelebt, gemalt und Geschäfte gemacht hat. Wohnhaus, Atelier, Kunstsammlung und Garten in einem, entworfen von ihm selbst nach italienischem Vorbild.

Ein Punkt gleich vorweg, weil er deine Planung bestimmt: Das Museum wird über mehrere Jahre umgebaut. Was das für deinen Besuch bedeutet, was du trotzdem siehst und wo in der Stadt du Rubens sicher findest, steht hier.

Rubenshaus Antwerpen
Foto: Professor Phisigma, CC BY-SA 3.0 · Wikimedia Commons

Auf einen Blick

  • Lokaler NameRubenshuis, am Wapper
  • Bewohnt vonPeter Paul Rubens, 1610 bis 1640
  • Original erhaltenPortikus und Gartenpavillon
  • Museum seit1946, nach Ankauf durch die Stadt 1937
  • StatusMehrjähriger Umbau, vorher auf der offiziellen Website prüfen
  • Besuchsdauer1 bis 2 Stunden, wenn geöffnet

Zuerst das Wichtigste: der Umbau

Das Rubenshaus steckt in der größten Umgestaltung seiner Museumsgeschichte. Neben dem historischen Haus entsteht ein neues Eingangsgebäude, gleichzeitig wird das denkmalgeschützte Gebäude selbst saniert. Solche Arbeiten dauern Jahre, und Termine verschieben sich regelmäßig.

Praktisch heißt das: Verlass dich nicht auf Reiseführer, auch nicht auf diesen. Prüf vor der Anreise auf der offiziellen Website, was gerade zugänglich ist. Zeitweise waren Garten und Portikus zu sehen, zeitweise zeigte die Stadt Teile der Sammlung an anderen Orten. Wenn das Haus offen ist, buch ein Ticket im Voraus, weil die Kapazität begrenzt bleibt.

Achtung: Plan deinen Antwerpen-Tag nicht um das Rubenshaus herum, solange gebaut wird. Setz stattdessen die Liebfrauenkathedrale in den Mittelpunkt, dort hängen vier Werke von Rubens, und nimm das Haus als Zugabe, wenn es offen ist.

Was dieses Haus besonders macht

Rubens kaufte das Grundstück 1610, nach acht Jahren in Italien. Er war zurück in Antwerpen, hatte Aufträge in ganz Europa und baute sich genau das Haus, das er dafür brauchte: vorne der flämische Wohnteil, hinten ein Atelierflügel mit hohen Fenstern nach italienischer Art, dazwischen ein Innenhof mit einem barocken Portikus, den er selbst entworfen hat. Dahinter der Garten mit dem Pavillon.

Portikus und Gartenpavillon sind die einzigen Teile, die vollständig aus seiner Zeit stammen. Der Rest verfiel nach seinem Tod 1640 über Jahrhunderte, wurde umgebaut, geteilt und schließlich 1937 von der Stadt gekauft. Was du im Museum siehst, ist deshalb zu großen Teilen eine sorgfältige Rekonstruktion aus den 1940er-Jahren, ergänzt um originale Möbel und Bilder.

Das ist kein Makel, wenn du weißt, worauf du achtest: Der Grundriss stimmt, die Wege stimmen, und in der Kunstkammer verstehst du das Geschäftsmodell. Rubens sammelte antike Skulpturen und Gemälde, zeigte sie zahlungskräftigen Besuchern und verkaufte gelegentlich weiter. Das Haus war Werkstatt, Showroom und Kapitalanlage in einem.

Rubens war nicht nur Maler

In der Werkstatt arbeiteten Gehilfen und Spezialisten, Rubens entwarf, korrigierte und setzte die entscheidenden Pinselstriche. So entstanden Altarbilder in einer Menge, die eine einzelne Hand nie geschafft hätte. Nebenbei war er Diplomat im Dienst der spanischen Statthalter und reiste im Auftrag zwischen Madrid und London.

Er war außerdem gut vernetzt in der Stadt. Mit dem Drucker Balthasar Moretus verband ihn eine Freundschaft aus Schulzeiten. Rubens entwarf Titelblätter für dessen Presse, und die Familienporträts hängen bis heute im Museum Plantin-Moretus.

Rubens in der Stadt, auch ohne das Haus

Antwerpen ist der beste Ort der Welt, um Rubens zu sehen, und das hängt nicht an einem Museum. In der Liebfrauenkathedrale hängen vier große Werke, drei davon dort, wofür er sie gemalt hat. In der Sint-Pauluskerk in der Altstadt hängt er neben Van Dyck und Jordaens. Das Königliche Museum der Schönen Künste im Zuid hat nach elf Jahren Umbau wieder geöffnet und zeigt eine eigene Abteilung. Im Snijders- und Rockoxhuis siehst du das Wohnhaus eines seiner Auftraggeber.

Und schließlich liegt er selbst in der Sint-Jacobskerk begraben, in einer Grabkapelle, über der ein Marienbild von ihm hängt. Wenn du an einem Tag drei dieser Orte schaffst, hast du mehr von Rubens gesehen als in den meisten großen Museen Europas.

Gut zu wissen: Auf Schildern und Karten steht Rubenshuis, die Straße heißt Wapper. Sie liegt zwischen dem Meir und der Altstadt, keine fünf Minuten von den Einkaufsstraßen entfernt, siehe auch MoMu und das Modeviertel.

Praktisch für deinen Besuch

Der Wapper ist ein kurzer, breiter Platz, du findest ihn ohne Karte, sobald du auf dem Meir stehst. Von der Grote Markt sind es etwa zehn Gehminuten, vom Hauptbahnhof rund zwanzig, oder eine Station mit der Premetro. Wo das Haus in einen sinnvollen Tag passt, zeigt die Übersicht der Sehenswürdigkeiten in Antwerpen.

Tickets: Solange gebaut wird, gilt vor allem eins: erst auf der offiziellen Website prüfen, ob geöffnet ist, dann buchen. Wenn das Haus offen ist, sind Zeitfenster üblich, und Wochenenden sind zuerst weg. Ein Kombiticket oder die Städtekarte lohnt nur, wenn du mehrere Museen an einem Tag schaffst.

Zur offiziellen Website

Wenn es nicht klappt

  • Wenn es voll istWenn geschlossen ist oder die Tickets weg sind: Rubens hängt in dieser Stadt an mehreren Orten. Vier Werke in der Liebfrauenkathedrale, weitere in der Sint-Pauluskerk, eine große Abteilung im KMSKA und Familienporträts im Museum Plantin-Moretus. Zusammen ergibt das einen besseren Rubens-Tag als jedes Einzelticket.
  • Wenn es regnetDas Haus ist ein reiner Innenraumbesuch, nur der Garten fällt bei Regen aus. Der Wapper und der Meir gleich um die Ecke bieten Arkaden und Läden, du kommst also trocken von einem Ziel zum nächsten.
  • Mit KindernFür kleine Kinder ist ein Wohnhausmuseum zäh. Es hilft, sie nach Tieren, Waffen und versteckten Gesichtern in den Bildern suchen zu lassen. Der Garten ist der beste Teil für Kinder, dort dürfen sie sich bewegen.
  • Mit eingeschränkter MobilitätEin Haus aus dem 17. Jahrhundert bleibt schwierig: Schwellen, Treppen zwischen den Wohnräumen und dem Atelier, enge Durchgänge. Der Umbau soll die Zugänglichkeit deutlich verbessern, unter anderem mit einem neuen Eingangsgebäude. Wie der Stand ist, klärst du am besten vorab telefonisch oder über die offizielle Website.

Häufige Fragen

Ist das Rubenshaus in Antwerpen geöffnet?

Das Haus wird über mehrere Jahre umgebaut, samt neuem Eingangsgebäude, und der Zugang ändert sich dabei. Prüf deshalb kurz vor der Reise auf der offiziellen Website, was gerade möglich ist. Falls geschlossen: In der Liebfrauenkathedrale, in der Sint-Pauluskerk und im KMSKA siehst du Rubens auch ohne das Haus.

Was ist im Rubenshaus original erhalten?

Vollständig aus der Zeit von Rubens stammen der barocke Portikus im Innenhof und der Gartenpavillon dahinter. Das Wohnhaus verfiel nach seinem Tod, wurde umgebaut und in den 1940er-Jahren rekonstruiert, nachdem die Stadt es 1937 gekauft hatte. Der Grundriss und viele Möbel und Bilder sind trotzdem echt.

Wo sieht man in Antwerpen Werke von Rubens?

Vier große Werke hängen in der Liebfrauenkathedrale, weitere in der Sint-Pauluskerk zusammen mit Van Dyck und Jordaens. Das Königliche Museum der Schönen Künste im Zuid zeigt eine eigene Abteilung, im Museum Plantin-Moretus hängen Familienporträts. Sein Grab liegt in der Sint-Jacobskerk.

Wie lange braucht man für das Rubenshaus?

Im geöffneten Zustand reichen 1 bis 2 Stunden. Eine Stunde genügt für Wohnräume, Atelier und Kunstkammer, mit Garten und Portikus wird es entspannter. Weil die Kapazität begrenzt ist, buchst du besser ein Zeitfenster am Vormittag, dann ist es ruhiger.

Lohnt sich das Rubenshaus ohne Kunstinteresse?

Ja, wenn dich interessiert, wie im 17. Jahrhundert gearbeitet und gewohnt wurde. Das Haus zeigt eine Werkstatt mit Angestellten, eine Kunstsammlung als Kapitalanlage und den Alltag eines sehr erfolgreichen Unternehmers. Wer damit nichts anfangen kann, nimmt lieber die Kathedrale und spart sich den Rest.