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MAS: Museum aan de Stroom

Das MAS am Eilandje ist der auffälligste Neubau Antwerpens: zehn Etagen aus rotem Sandstein, die wie Kisten übereinandergestapelt sind und sich Stockwerk für Stockwerk drehen. Dazwischen läuft eine Spirale aus Rolltreppen hinter gewelltem Glas nach oben, und auf dem Dach steht die beste Aussicht der Stadt.

Das Beste daran: Für Rolltreppen und Dachterrasse brauchst du kein Ticket. Was die Sammlung taugt, für wen sich der Museumsteil lohnt und wann du hochfahren solltest, steht hier.

MAS: Museum aan de Stroom
Foto: Till Niermann, CC BY-SA 3.0 · Wikimedia Commons

Auf einen Blick

  • Eröffnet2011, Entwurf von Neutelings Riedijk Architecten
  • BauZehn gestapelte Etagen, rund 60 Meter hoch
  • MaterialRoter Sandstein aus Indien, gewelltes Glas
  • DachterrasseKostenlos, auch ohne Museumsticket
  • Besuchsdauer30 Minuten nur Dach, 2 bis 3 Stunden mit Sammlung
  • LageEilandje, gut 20 Gehminuten vom Grote Markt

Warum das MAS die beste Aussicht der Stadt ist

Antwerpen hat wenig Höhe zu bieten. Der Turm der Liebfrauenkathedrale ist nicht zu besteigen, Hochhäuser gibt es kaum. Bleibt das MAS. Zehn Etagen, gut 60 Meter, und auf jeder Ebene führt die Rolltreppe an einer neuen Glasfront vorbei, sodass sich der Blick unterwegs Stück für Stück dreht: erst die Docks, dann die Altstadt, dann die Schelde, oben alles zusammen.

Auf dem Dach siehst du, wie diese Stadt gebaut ist. Im Süden die Altstadt mit dem Kathedralturm, dahinter der Boerentoren, im Westen der Fluss mit seiner breiten Kurve und den Fähranlegern, im Norden die Kräne, Silos und Windräder des Hafens. Genau dieser Kontrast fehlt in Brügge und Gent komplett.

Die Öffnungszeiten der Dachterrasse sind länger als die des Museums, gerade im Sommer. Ein Ticket brauchst du dafür nicht, du fährst einfach hoch.

Tipp: Komm in der letzten Stunde vor Sonnenuntergang. Die Sonne steht dann über der Linkeroever, der Fluss glänzt, und die Kräne im Norden werfen lange Schatten. Zieh eine Jacke an, auf dem Dach zieht es fast immer.

Der Bau: zehn Kisten, jede ein Stück gedreht

Das Haus stammt vom Büro Neutelings Riedijk und wurde 2011 eröffnet. Die Idee dahinter ist einfach: Jede Etage ist ein geschlossener Speicher aus rotem Sandstein, und weil jede um eine Vierteldrehung versetzt sitzt, entsteht an jeder Seite eine offene Ecke aus Glas. Der Turm wirkt dadurch wie ein alter Lagerstapel und wie ein Neubau zugleich.

Zwei Details lohnen den zweiten Blick. Die Fassade ist mit Tausenden kleiner Aluminiumhände besetzt, eine Anspielung auf die Handlegende vom Grote Markt. Und der Platz vor dem Eingang trägt ein großes Bodenmosaik des Antwerpener Malers Luc Tuymans, das du von oben viel besser siehst als von unten.

Die Sammlung: Hafen, Handel und die Stadt in der Welt

Das MAS ist aus mehreren älteren Museen entstanden, unter anderem dem Schifffahrts- und dem Völkerkundemuseum. Entsprechend breit ist die Sammlung: Schiffsmodelle und Hafengeschichte, Handel und Macht, Leben und Tod in verschiedenen Kulturen, dazu eine Abteilung über Essen und Trinken in der Stadt. Die Räume sind thematisch aufgebaut, nicht chronologisch, und jede Etage lässt sich einzeln nehmen.

Am stärksten ist das Haus dort, wo es unbequem wird: beim Handel mit Menschen, beim Kolonialgeschäft und bei der Frage, woher der Reichtum dieser Stadt eigentlich kam. Wer nur zwei Etagen schafft, nimmt die zur Hafengeschichte und die über die Stadt in der Welt.

Gut zu wissen: MAS steht für Museum aan de Stroom, also Museum am Strom. Gemeint ist die Schelde, die hier ein Gezeitenfluss ist. Der Wasserstand vor Het Steen ändert sich im Lauf des Tages sichtbar.

Rundherum: das Eilandje

Das MAS steht nicht allein. Rund um die alten Becken Bonaparte- und Willemdok liegt das Eilandje, das älteste Hafenviertel der Stadt, seit einigen Jahren umgebaut zu Wohnungen, Cafés und Museen. In den alten Schuppen am Kai sitzt das Red Star Line Museum, das von den Auswanderern erzählt, die von hier aus nach Amerika fuhren, und ein paar Schritte weiter schwebt das Hafenhaus von Zaha Hadid wie ein Schiffsbug über einer alten Feuerwache.

Der Weg vom Zentrum hierher ist der schönste Teil: vom Grote Markt zum Fluss, dann am Kai entlang nach Norden, gut 20 Minuten zu Fuß. Wer nicht laufen will, nimmt Tram oder Bus, siehe Verkehr in Antwerpen.

Praktisch: Tickets, Zeiten und Kombinationen

Die Dachterrasse ist frei, für die Sammlung brauchst du ein Ticket. Es lohnt sich, den Museumsbesuch mit dem Red Star Line Museum zu verbinden, beide liegen im selben Viertel. Wer mehrere Häuser plant, prüft vorher die Städtekarte, weil sie ab dem dritten Besuch meist günstiger wird. Alle Ziele im Überblick stehen unter Sehenswürdigkeiten in Antwerpen.

Tickets: Für die Sammlung online oder vor Ort kaufen, ein Zeitfenster ist normalerweise nicht nötig. Für Dachterrasse und Rolltreppen zahlst du nichts. Ob eine Städtekarte für dich rechnet, hängt davon ab, wie viele Museen du wirklich schaffst. Details stehen auf der offiziellen Website.

Zur offiziellen Website

Wenn es nicht klappt

  • Wenn es voll istVoll wird es auf dem Dach an sonnigen Wochenenden und kurz vor Sonnenuntergang. Die Rolltreppen dosieren den Andrang von selbst, warten musst du selten. Wenn dir oben zu viele Leute stehen, geh eine Ebene tiefer, die Terrassen auf den Zwischenetagen zeigen dieselbe Stadt aus anderem Winkel.
  • Wenn es regnetDer Aufstieg liegt hinter Glas, du wirst also nicht nass, aber die Dachterrasse selbst ist offen und windig. Bei Regen lohnt das Haus trotzdem: Sammlung, Panoramafenster und das Red Star Line Museum ein paar hundert Meter weiter füllen einen kompletten Nachmittag.
  • Mit KindernSehr gut. Die Rolltreppenspirale ist für Kinder ein Erlebnis für sich, oben gibt es Weite und Schiffe zu gucken. Kinderwagen kommen überall hin, es gibt Aufzüge. Rechne damit, dass ihr die Fahrt nach oben zweimal machen wollt.
  • Mit eingeschränkter MobilitätDas MAS ist der barrierefreieste Ort der Altstadt: ebenerdiger Zugang, Aufzüge in alle Etagen und auf die Dachterrasse, breite Wege. Der Weg vom Zentrum dorthin führt allerdings über Kopfsteinpflaster und Kaianlagen, mit Tram oder Bus bist du bequemer da.

Häufige Fragen

Ist die Dachterrasse des MAS kostenlos?

Ja. Rolltreppen, Zwischenebenen und Dachterrasse sind frei zugänglich, ein Ticket brauchst du nur für die Sammlung. Die Terrasse hat außerdem längere Öffnungszeiten als das Museum, im Sommer bis in den Abend. Damit ist sie die beste kostenlose Aussicht in Antwerpen.

Wie lange braucht man für das MAS?

Wenn du nur hochfährst, reichen 30 bis 45 Minuten inklusive Fotostopps. Mit der Sammlung solltest du 2 bis 3 Stunden einplanen, weil das Haus zehn Etagen hat und jede Ebene ein eigenes Thema behandelt. Mit dem Red Star Line Museum nebenan wird ein halber Tag daraus.

Was sieht man vom Dach des MAS?

Im Süden die Altstadt mit dem Turm der Liebfrauenkathedrale, im Westen die Schelde mit ihrer breiten Kurve und der Linkeroever, im Norden Kräne, Silos und Docks des Hafens. Bei klarer Luft reicht der Blick weit über das flache Land. Der Fluss und der Hafen sind der eigentliche Grund, hochzufahren.

Lohnt sich das MAS mit Kindern?

Ja. Allein die Fahrt durch die Rolltreppenspirale ist ein Erlebnis, oben gibt es Schiffe und Kräne zu sehen. In der Sammlung funktionieren Schiffsmodelle und Hafengeschichte am besten. Aufzüge und breite Wege machen den Besuch mit Kinderwagen unkompliziert.

Wie kommt man vom Zentrum zum MAS?

Zu Fuß vom Grote Markt zum Fluss und dann am Kai nach Norden, das dauert gut 20 Minuten und ist der schönste Weg. Bequemer geht es mit Tram oder Bus Richtung Eilandje. Mit dem Auto lohnt es nicht: Die Innenstadt ist Umweltzone, und ausländische Kennzeichen müssen vorher registriert sein.