Auf einen Blick
- RegionBrüssel-Hauptstadt
- AnlassNationalausstellung 1880, Triumphbogen 1905
- MuseenAutoworld, Kunst & Geschichte, Armeemuseum
- Dauer2 bis 4 Stunden
- AnreiseMetro 1 oder 5 bis Merode oder Schuman
- Beste ZeitRegentage und Wintermonate
Ein Park zum Jubiläum
Die Anlage entstand 1880 zur Fünfzigjahrfeier der belgischen Unabhängigkeit, daher der Name. König Leopold II. ließ das Gelände für eine Nationalausstellung herrichten, mit zwei langen Hallen links und rechts einer geplanten Toranlage. Der Triumphbogen selbst kam erst 1905 dazu, pünktlich zum fünfundsiebzigsten Jahrestag.
Du merkst an jeder Ecke, dass hier repräsentiert werden sollte: breite Achsen, Säulengänge, strenge Symmetrie. Der Park ist flach, offen und asphaltiert, das grobe Kopfsteinpflaster der Altstadt bleibt hinter dir. Am Rand stehen zwei Bauten, die kaum jemand erwartet: die Große Moschee von Brüssel, ursprünglich der Orientalische Pavillon der Ausstellung von 1880, und ein kleiner Tempelbau von Victor Horta, der ein Marmorrelief von Jef Lambeaux schützt. Wenn dich Horta interessiert, lies weiter auf der Seite zum Horta-Museum.
Gut zu wissen: Der Park gehört zur Gemeinde Etterbeek und ist von der Innenstadt in einer Viertelstunde mit der Metro zu erreichen. Zwei Museen an einem Nachmittag sind gut zu schaffen.
Der Triumphbogen und die Quadriga
Der Bogen hat drei Durchgänge und trägt oben eine Quadriga aus Bronze: vier Pferde, ein Wagen, eine Frauengestalt mit der Nationalflagge. Sie steht für Brabant, die Provinz, aus der die Unabhängigkeit ihren Anfang nahm. Von der Rasenfläche aus bekommst du die ganze Höhe aufs Foto.
Auf die Terrasse oben führt ein Weg durch das Armeemuseum. Ob der Aufgang an deinem Besuchstag offen ist, fragst du am besten direkt an der Kasse, das wechselt. Der Blick reicht über den Park bis zu den Bürotürmen des Europaviertels und zeigt gut, wie dicht die EU-Bauten an diesem alten Prunkstück liegen.
Die drei Museen
1 Autoworld
In der südlichen Halle steht eine der großen Automobilsammlungen Europas, von den ersten Motorkutschen über Vorkriegskarossen bis zu Fahrzeugen der Nachkriegszeit. Die Halle selbst ist ein Stahl-Glas-Bau aus der Ausstellungszeit, das macht den Rundgang luftig. Kinder lieben die offenen Cockpits, Erwachsene bleiben bei den belgischen Marken hängen, die es längst nicht mehr gibt.
Zwei Stunden gehen schnell vorbei. Wer Autos egal findet, ist in einer knappen Stunde durch.
2 Kunst & Geschichte
Das Museum für Kunst und Geschichte ist die größte der drei Sammlungen und für viele die überraschendste: Antike, Ägypten, Vorderer Orient, außereuropäische Kulturen, dazu Möbel, Glas und Kunsthandwerk aus Belgien selbst. Die Räume zu Jugendstil und Art déco sind ein guter Anschluss an einen Spaziergang durch die Jugendstilviertel.
Der Bau ist verwinkelt, die Beschilderung nicht immer eindeutig. Nimm dir am Eingang einen Plan und such dir zwei Abteilungen aus, statt alles sehen zu wollen.
3 Armeemuseum
Das Königliche Museum der Armee und der Militärgeschichte zeigt Uniformen, Waffen und Fahrzeuge von den Napoleonischen Kriegen bis in die Gegenwart. Der Höhepunkt ist die Luftfahrthalle: Dutzende Flugzeuge, einige davon hängen unter dem Glasdach. Wenn dich die Zeit um 1815 interessiert, passt der Tagesausflug nach Waterloo gut dazu.
Tipp: Plane den Jubelpark auf den Nachmittag. Vormittags bist du besser in der Altstadt, und am späten Nachmittag fällt die Sonne von Westen durch den Bogen.
Tickets und Anreise
Tickets: Jedes der drei Museen verkauft eigene Tickets, ein Kombiticket für alle drei gibt es nicht. Vor Ort kaufen reicht meist, Sonderausstellungen buchst du besser vorab online. In Belgien ist der Montag der klassische Schließtag, prüf das vor der Anreise.
Am einfachsten kommst du mit der Metro her. Die Linien 1 und 5 halten an beiden Enden des Parks: Merode liegt am östlichen Rand direkt bei den Museen, Schuman im Europaviertel am westlichen. Steig in Schuman aus, dann läufst du durch den Park und unter dem Bogen hindurch. Mit dem Auto lohnt sich die Fahrt nicht: Brüssel hat eine Umweltzone, ausländische Kennzeichen müssen sich vorher registrieren, und Parkplätze sind rar. Wie das genau läuft, steht auf der Seite zum Verkehr in Brüssel.
Was in der Nähe liegt
Vom Bogen sind es zehn Minuten zu Fuß bis zum Berlaymont-Gebäude, in die andere Richtung bringt dich die Metro in wenigen Minuten zu den Brüsseler Sehenswürdigkeiten. Wer Zeit hat, läuft zum Square Ambiorix mit seinen Jugendstilfassaden. Den Überblick gibt der Stadtführer Brüssel.
Wenn es nicht klappt
- Wenn es voll istDer Jubelpark bleibt selbst an vollen Wochenenden entspannt. Läuft in Autoworld eine Sonderausstellung, geh zuerst ins Kunst- und Geschichtsmuseum: Dort verteilen sich die Leute über mehrere Etagen, und du kommst später ohne Warten zu den Autos.
- Wenn es regnetGenau dafür ist der Ort gemacht. Zwischen den Museen liegen wenige Schritte, ein Teil davon unter den Arkaden. Wenn es schüttet, nimm die Metro bis Merode statt bis Schuman, dann stehst du fast vor der Tür.
- Mit KindernAutoworld zieht Kinder sofort an, die Flugzeughalle im Armeemuseum ebenfalls. Zwischendurch gibt es die große Wiese zum Auslaufen. Kinderwagen kommen überall hin, die Museen haben Aufzüge.
- Mit eingeschränkter MobilitätDer Park ist flach und asphaltiert, die Metrostation Merode liegt direkt am Rand und hat Aufzüge. In den Museen führen Lifte in die Obergeschosse. Der Aufstieg auf den Triumphbogen geht dagegen nur über Treppen und ist nicht barrierefrei.
Häufige Fragen
Was kann man im Jubelpark besichtigen?
Im Park stehen drei große Museen: Autoworld mit historischen Automobilen, das Museum für Kunst und Geschichte mit Antike, Ägypten und Kunsthandwerk sowie das Armeemuseum mit seiner Luftfahrthalle. Dazu kommen der Triumphbogen von 1905 mit Aussichtsterrasse, die Große Moschee im ehemaligen Orientalischen Pavillon und ein kleiner Tempelbau von Victor Horta.
Lohnt sich Autoworld auch ohne große Autoleidenschaft?
Ja, wenn du dich für Design und Alltagsgeschichte interessierst. Die Sammlung zeigt, wie sich Fahrzeuge in gut hundert Jahren verändert haben, und die alte Ausstellungshalle mit Stahl und Glas ist selbst sehenswert. Wer Autos wirklich egal findet, ist in einer Stunde durch und geht danach lieber ins Museum für Kunst und Geschichte nebenan.
Kann man auf den Triumphbogen hinauf?
Der Aufgang zur Terrasse führt durch das Armeemuseum. Ob er geöffnet ist, wechselt, deshalb fragst du das am besten an der Kasse. Der Blick lohnt sich: Du siehst den ganzen Park, die Bürotürme des Europaviertels und an klaren Tagen bis zum Atomium. Der Weg nach oben führt über Treppen.
Wie kommt man vom Zentrum zum Jubelpark?
Mit den Metrolinien 1 und 5. Die Station Merode liegt am östlichen Parkrand direkt bei den Museen, Schuman am westlichen Ende im Europaviertel. Vom Grand-Place brauchst du rund eine Viertelstunde. Mit dem Auto ist es umständlich: Brüssel hat eine Umweltzone mit Registrierungspflicht für ausländische Kennzeichen, und Parkplätze sind knapp und teuer.
Ist der Jubelpark bei Regen eine gute Idee?
Der Jubelpark ist sogar die beste Regenadresse Brüssels. Drei große Museen liegen wenige Schritte voneinander entfernt, dazwischen schützen Arkaden vor Schauern. Du kommst mit der Metro trocken bis an den Parkrand und kannst vier Stunden unter Dach verbringen, ohne dass es langweilig wird. Steig bei Regen in Merode aus statt in Schuman, dann stehst du fast vor der Tür der Museen.





