Auf einen Blick
- RegionProvinz Lüttich, Lüttich
- Lokaler NameMontagne de Bueren, nur französisch ausgeschildert
- Stufen374, ohne Kurve
- Gebaut1881 für die Soldaten der Zitadelle
- NamensgeberVincent de Bueren, Verteidiger der Stadt 1468
- Besuchsdauer15 bis 30 Minuten mit Aussicht
374 Stufen am Stück
Die Treppe steigt in einem einzigen geraden Zug den Hang hinauf, in der Mitte läuft ein Handlauf, links und rechts stehen Häuser mit kleinen Gärten, deren Bewohner ihre Einkäufe genau hier hochtragen. Absätze zum Verschnaufen gibt es, Kurven nicht: Du siehst von der ersten Stufe an, was dir bevorsteht.
Rechne mit zehn bis fünfzehn Minuten, wenn du dir Zeit lässt. Feste Sohlen helfen, denn die Stufen sind flach und lang, und im Herbst liegt nasses Laub darauf.
Warum die Treppe gebaut wurde
1881 legte die Stadt diese Verbindung an, damit die Soldaten der Zitadelle direkt ins Zentrum kamen. Vorher führte ihr Weg durch die Rue Pierreuse, ein Viertel mit vielen Kneipen und einem Ruf, den die Armee ihren Männern ersparen wollte. Die Treppe war eine Abkürzung mit erzieherischer Absicht.
Der Name erinnert an etwas ganz anderes. Vincent de Bueren gehörte zu den Anführern des Widerstands, als Karl der Kühne 1468 vor der Stadt stand. In der entscheidenden Nacht griffen 600 Männer aus dem Franchimont das Lager des Herzogs an, ein Himmelfahrtskommando. Karl ließ Lüttich trotzdem plündern und niederbrennen, und die Treppe trägt den Namen des Verteidigers.
Gut zu wissen: Ausgeschildert ist alles nur französisch, die Wallonie ist einsprachig. Der Fuß der Treppe liegt am Ende der Rue Hors-Château, der ältesten Straße des Zentrums. Wenn dein Navigationsgerät nichts findet, gib die Stadt als Liège ein, nicht als Lüttich.
Was dich oben erwartet
Oben stehst du auf einer schmalen Terrasse am Rand des alten Zitadellengeländes. Vor dir liegen die Dächer der Altstadt mit den Kirchtürmen, dahinter die Maas und flussabwärts die Reste der Industrie. Kein Postkartenpanorama, sondern eine ehrliche Ansicht dieser Stadt.
Auf dem Gelände der Zitadelle selbst steht heute ein Krankenhaus, viel zu sehen gibt es dort nicht. Interessanter ist der Rückweg: Statt dieselbe Treppe hinunterzupoltern, biegst du in die Coteaux de la Citadelle ab, ein Netz aus Pfaden, Treppchen und Terrassengärten am Hang. Wie das zusammenhängt, steht bei La Boverie und den Coteaux.
Der Abend der Kerzen
An einem Abend im Frühherbst verwandelt sich der ganze Hang. Zur Nocturne des Coteaux de la Citadelle stehen Tausende Kerzen auf den Stufen und in den Gärten, dazu gibt es Musik und Stände. Die Treppe ist dann eine Lichterkette.
Der Termin liegt meist Anfang Oktober, wechselt aber jährlich und wird von der Stadt angekündigt. Wenn du dann in der Gegend bist, plane den Abend fest ein und komm früh.
Tipp: Geh früh am Morgen oder in der letzten Stunde vor Sonnenuntergang hinauf, mittags liegt die Treppe ohne Schatten da. Für das Foto von unten stellst du dich nicht mittig davor, sondern etwas seitlich in die Rue Hors-Château, dann siehst du, wie steil der Hang wirklich ist.
Sanftere Wege nach oben
Die Treppe ist nicht die einzige Möglichkeit. Parallel dazu zieht sich die Rue Pierreuse als alte Gasse den Hang hinauf, steil, aber mit Kurven und Häusern zum Anschauen. Von der Hors-Château zweigen außerdem mehrere Impasses ab, schmale Sackgassen mit Innenhöfen, von denen einige in die Pfade der Coteaux übergehen.
Wer gar keine Steigung will, nimmt den Bus in Richtung Zitadelle und läuft oben nur ein paar Meter zur Aussicht. Anschließend steigst du die Treppe hinunter, was deutlich leichter ist als hinauf. Welche Linien fahren und wo sie halten, steht unter Verkehr in Lüttich.
Achtung: Rechne oben weder mit Café noch mit Toilette, die Terrasse ist eine Aussicht, keine Raststätte. Nimm Wasser mit und plane die Pause unten ein.
Wie du den Aufstieg einplanst
Die Treppe steht auf Platz eins der Sehenswürdigkeiten in Lüttich, liegt aber am nördlichen Rand des Zentrums. Häng sie an einen Rundgang an: erst Palast und Kathedrale, dann über den Place du Marché in die Hors-Château, und am Ende der Straße wartet der Aufstieg. Sonntags kombinierst du ihn mit dem Markt La Batte am Wasser, danach passt ein spätes Mittagessen, siehe Essen und Trinken in Lüttich.
Wenn es nicht klappt
- Wenn es voll istAndrang gibt es hier praktisch nie, außer am Abend der Nocturne des Coteaux, wenn Tausende mit Kerzen unterwegs sind. Dann geht es im Gänsemarsch hinauf. Steig an diesem Abend besser über die Rue Pierreuse auf und die Treppe hinunter, das entzerrt den Gegenverkehr.
- Wenn es regnetBei Regen werden die Stufen rutschig, im Herbst kommt nasses Laub dazu. Nimm dann den Bus in Richtung Zitadelle und lauf oben nur die letzten Meter, oder verschieb den Aufstieg. Bei tief hängenden Wolken bringt die Aussicht ohnehin wenig, dann passt ein Museum besser.
- Mit KindernAb Grundschulalter ist die Treppe ein Abenteuer, das Mitzählen der Stufen beschäftigt erstaunlich lange. Kleinere Kinder trägst du das letzte Drittel, Kinderwagen sind ausgeschlossen. Nimm Wasser mit, oben gibt es nichts zu kaufen.
- Mit eingeschränkter MobilitätEhrlich: 374 Stufen ohne Aufzug und ohne Rampe, in der Mitte läuft ein Handlauf, die Absätze sind kurz. Wer schlecht zu Fuß ist, fährt mit dem Bus in Richtung Zitadelle und bekommt die Aussicht von oben, ohne eine Stufe zu steigen. Der Fuß der Treppe ist eben erreichbar und für ein Foto völlig ausreichend.
Häufige Fragen
Wie viele Stufen hat die Montagne de Bueren?
374 Stufen, und zwar in einem einzigen geraden Zug ohne Kurve. Die Treppe wurde 1881 angelegt, damit die Soldaten der Zitadelle schnell ins Zentrum kamen. Für den Aufstieg brauchst du in normalem Tempo zehn bis fünfzehn Minuten. Absätze zum Verschnaufen gibt es mehrere, in der Mitte läuft ein Handlauf.
Ist der Aufstieg anstrengend?
Ja, aber machbar. Die Stufen sind flach und lang, was den Rhythmus bremst, dafür ist die Steigung gleichmäßig. Wer normal zu Fuß unterwegs ist, schafft es mit ein bis zwei Pausen. Bei Hitze wird es zäh, weil kaum Schatten fällt. Wer Knie oder Herz schonen muss, nimmt besser den Bus in Richtung Zitadelle.
Was sieht man von oben?
Das ganze Maastal. Im Vordergrund liegen die Dächer und Kirchtürme der Altstadt, dahinter zieht sich der Fluss durch das Tal, flussabwärts stehen die Reste der Schwerindustrie. Der Blick erklärt die Lage der Stadt besser als jede Karte. Vom oberen Ende führen außerdem Pfade in die Terrassengärten der Coteaux de la Citadelle.
Kostet die Montagne de Bueren Eintritt?
Nein. Die Treppe ist eine öffentliche Straße und rund um die Uhr frei zugänglich, es gibt weder Kasse noch Drehkreuz. Auch die Pfade der Coteaux oben und die Aussicht kosten nichts. Rechne dafür weder oben noch unterwegs mit Café oder Toilette.
Wann ist die Treppe beleuchtet?
An einem Abend im Frühherbst, meist Anfang Oktober, findet die Nocturne des Coteaux de la Citadelle statt. Dann stehen Tausende Kerzen auf den Stufen und in den Gärten am Hang. Der Termin wechselt jährlich und wird von der Stadt bekannt gegeben. Komm früh, denn im Lauf des Abends geht es auf der Treppe nur noch im Gänsemarsch voran.





