Provinz Lüttich · Lüttich

La Boverie & Coteaux

Lüttich heißt vor Ort Liège, und die Stadt gilt als laut, industriell und wenig grün. Das stimmt für die Durchfahrt und sonst nicht. Die Stadt hat zwei große grüne Flächen, und beide sind sehenswert: den Park an der Maas mit dem Kunstmuseum La Boverie und die Coteaux de la Citadelle, die Hanggärten zwischen Altstadt und Zitadelle.

Der eine Ort ist flach, still und voller Bäume, der andere besteht aus Treppen, Mauern und Aussicht. Zusammen ergeben sie einen halben Tag, der Lüttich von einer Seite zeigt, die kaum jemand erwartet.

La Boverie & Coteaux
Foto: Marc Ryckaert, CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons

Auf einen Blick

  • RegionProvinz Lüttich, Wallonien
  • Lokaler NameLiège, französischsprachig
  • GebäudePalais des Beaux-Arts der Weltausstellung 1905
  • Umbau2016 wiedereröffnet, mit gläsernem Anbau zur Maas
  • LageParkinsel zwischen Maas und Dérivation
  • Dauer2 bis 3 Stunden für Museum und Park, halber Tag mit Coteaux

Ein Weltausstellungsbau im Park

1905 richtete Lüttich eine Weltausstellung aus, und der Palais des Beaux-Arts am Ufer der Maas ist der einzige Bau, der davon übrig geblieben ist: hell, symmetrisch, mit Säulenfront, gebaut für einen Sommer und dann einfach stehen geblieben.

2016 wurde das Haus als La Boverie wiedereröffnet, saniert und um einen langen Anbau aus Glas und Metall ergänzt, der wie ein Steg zum Wasser zeigt. Der Kontrast zwischen dem alten Festbau und dem neuen Flügel ist der eigentliche Reiz der Architektur.

Was drinnen hängt

Fester Bestandteil ist die städtische Kunstsammlung mit Schwerpunkt auf dem 19. und 20. Jahrhundert, dazu ältere Arbeiten aus dem Fürstbistum. Zu sehen sind unter anderem Werke von Monet, Gauguin und Picasso, wobei die Hängung wechselt und einzelne Bilder auf Reisen sind.

Den zweiten Teil machen die Wechselausstellungen aus, für die das Haus mit großen Museen zusammenarbeitet, darunter der Louvre. Diese Ausstellungen sind der Grund, warum sich ein Besuch auch beim zweiten Mal lohnt, und sie werden getrennt von der Sammlung berechnet.

Gut zu wissen: In Wallonien steht auf allen Schildern Französisch, die Stadt heißt dort Liège. Auf Niederländisch heißt sie Luik, im Dialekt Lîdje. Wer nach Lüttich sucht, findet auf keinem Wegweiser etwas, das Wort steht nur auf deutschen Karten.

Der Park und die Belle Liégeoise

Das Museum steht auf einer Insel zwischen der Maas und dem Kanal, der Dérivation heißt. Ringsherum liegt ein Park mit alten Bäumen, Wiesen und Uferwegen, auf denen halb Lüttich joggt, Rad fährt und im Sommer auf dem Gras sitzt. Das ist die stillste Ecke der Innenstadt.

Über die Maas führt seit dem Umbau eine geschwungene Fuß- und Radbrücke, die Belle Liégeoise. Die Brücke verbindet den Park direkt mit dem Viertel um den Bahnhof Liège-Guillemins, zehn Minuten zu Fuß. Wer mit dem Zug anreist, kann also das Gepäck abgeben und sofort hier anfangen.

Die Coteaux de la Citadelle

Die zweite grüne Fläche liegt genau andersherum: nicht flach am Wasser, sondern steil über der Altstadt. Die Coteaux de la Citadelle sind ein Netz aus Treppen, Rampen, Terrassengärten, Obstwiesen und Resten alter Festungsmauern, dazwischen enge Sackgassen mit kleinen Häusern.

Der bekannteste Aufstieg ist die Treppe der Montagne de Bueren mit ihren 374 Stufen. Wer es sanfter mag, nimmt einen der Wege daneben, die in Kehren durch die Gärten führen und mindestens so schön sind. Oben stehst du auf dem Plateau der Zitadelle, mit Blick über die Dächer und das Maastal.

Tipp: Geh hinauf über die Gartenwege und hinunter über die Treppe. Bergab sind die 374 Stufen leichter, und du hast die Aussicht die ganze Zeit vor dir statt im Rücken. Feste Schuhe helfen, das Pflaster ist alt und uneben.

Beides an einem halben Tag

Am besten funktioniert die Kombination am Sonntagvormittag: erst über den Markt La Batte am Ufer, dann flussaufwärts in einer knappen halben Stunde zum Park und ins Museum. Am Nachmittag zurück durch das Zentrum und über Hors-Château hinauf in die Coteaux, wenn das Licht flacher wird.

Wer weniger Zeit hat, nimmt einen der beiden Teile. Alle anderen Ziele der Stadt und ihre Reihenfolge stehen bei den Sehenswürdigkeiten in Lüttich, wie du dich zwischen Bahnhof, Altstadt und Hang bewegst, klärt Verkehr in Lüttich.

Tickets: Park, Uferwege und Coteaux kosten nichts und sind jederzeit zugänglich. Für das Museum brauchst du ein Ticket, Sammlung und große Wechselausstellung werden dabei getrennt berechnet. Für stark beworbene Ausstellungen buchst du besser vorab ein Zeitfenster, den Schließtag prüfst du vor dem Besuch auf der offiziellen Website.

Wenn es nicht klappt

  • Wenn es voll istVoll wird es nur bei den großen Wechselausstellungen, und dann vor allem am Wochenende. Buch dafür ein Zeitfenster vorab, oder geh zuerst eine Runde durch den Park und danach hinein. Werktags am Vormittag hast du die Säle fast für dich allein.
  • Wenn es regnetDas Museum ist der beste Regenplan der Stadt, der Park daneben funktioniert auch nass. Die Coteaux dagegen werden rutschig: altes Pflaster, feuchte Stufen, Laub. Bei Dauerregen läufst du stattdessen über die Passerelle zum Bahnhof Guillemins und schaust dir die Halle an.
  • Mit KindernDer Park ist ideal, viel Wiese, alte Bäume und Wasser ringsherum. Im Museum hält die Aufmerksamkeit meist eine gute halbe Stunde. Die Coteaux sind für kleine Kinder zu viel, mit Kinderwagen ist der Aufstieg schlicht nicht machbar.
  • Mit eingeschränkter MobilitätDas Museum liegt eben im Park und ist ohne Stufen erreichbar, auch die Wege ringsherum sind flach und gepflastert. Die Coteaux sind das Gegenteil: hunderte Stufen, steile Rampen, altes Kopfsteinpflaster und kaum Geländer. Wer schlecht zu Fuß ist, bleibt unten am Wasser.

Häufige Fragen

Was kann man im Museum La Boverie sehen?

Die städtische Kunstsammlung von Lüttich mit Schwerpunkt auf dem 19. und 20. Jahrhundert, dazu ältere Arbeiten aus der Zeit des Fürstbistums. Vertreten sind unter anderem Monet, Gauguin und Picasso, die Hängung wechselt allerdings. Dazu kommen große Wechselausstellungen, für die das Haus mit anderen Museen zusammenarbeitet, darunter der Louvre.

Kostet der Park an der Boverie Eintritt?

Nein, Park und Uferwege sind frei zugänglich, ebenso die Fußgängerbrücke Belle Liégeoise. Ein Ticket brauchst du nur für das Museum, und dort werden Sammlung und Wechselausstellung getrennt berechnet. Auch die Coteaux de la Citadelle mit ihren Treppen und Gärten kosten nichts.

Wie kommt man vom Bahnhof Guillemins nach La Boverie?

Zu Fuß in etwa zehn Minuten. Vom Bahnhof gehst du Richtung Maas und über die geschwungene Fuß- und Radbrücke Belle Liégeoise, die direkt im Park endet. Damit ist das Museum der praktischste erste Punkt, wenn du mit dem Zug ankommst, und der letzte vor der Abfahrt.

Was sind die Coteaux de la Citadelle?

Die Hanglagen zwischen Altstadt und Zitadelle: ein zusammenhängendes Gebiet aus Treppen, Terrassengärten, Obstwiesen, alten Festungsmauern und schmalen Sackgassen. Es ist die größte grüne Fläche mitten in Lüttich und frei zugänglich. Die berühmte Treppe der Montagne de Bueren ist nur einer von mehreren Wegen hinauf.

Wie anstrengend ist der Aufstieg zur Zitadelle?

Über die Montagne de Bueren sind es 374 Stufen am Stück, das ist ohne Pause sportlich. Die Wege durch die Gärten daneben steigen in Kehren an und sind deutlich sanfter, dafür länger. Beides braucht feste Schuhe, weil das Pflaster alt und uneben ist. Mit Kinderwagen funktioniert keiner der Wege.