Ostflandern · Gent

Verkehr in Gent: Tram, Zug & Anreise

Gent ist zu Fuß kleiner, als die Karte vermuten lässt. Zwischen Kathedrale, Belfried, Graslei und Gravensteen liegen jeweils fünf bis zehn Minuten. Das einzige längere Stück ist der Weg vom Hauptbahnhof ins Zentrum, und dafür fährt die Straßenbahn.

Kompliziert wird es nur mit dem Auto. Die Innenstadt ist Umweltzone und zusätzlich in Sektoren geteilt, durch die du nicht hindurchfahren kannst. Wer das vorher weiß, kommt entspannt an. Wer es nicht weiß, bekommt Post.

Auf einen Blick

  • NahverkehrDe Lijn mit Tram und Bus
  • BahnhöfeGent-Sint-Pieters und Gent-Dampoort
  • UmweltzoneInnenstadt, Registrierungspflicht für ausländische Kennzeichen
  • InnenstadtWeitgehend autofrei, in Sektoren geteilt
  • ParkenPark-and-ride-Plätze am Stadtrand
  • MautFür Pkw keine, Ausnahme Liefkenshoektunnel bei Antwerpen

Zu Fuß: die ehrlichste Empfehlung

Der historische Kern misst kaum mehr als einen Kilometer. Von der Kathedrale zum Gravensteen läufst du zehn Minuten, von der Graslei zur Vrijdagmarkt fünf. Wer im Zentrum wohnt, braucht tagsüber kein Verkehrsmittel. Rechne nur mit grobem Kopfsteinpflaster: Mit Rollkoffer, dünnen Sohlen oder Kinderwagen kostet jeder Meter mehr Kraft, als die Karte verspricht.

Vom Bahnhof ins Zentrum

Der Hauptbahnhof heißt Gent-Sint-Pieters und liegt rund zweieinhalb Kilometer südlich der Altstadt. Zu Fuß sind das gut 30 Minuten durch Wohnviertel, mit der Straßenbahn etwa 15. Die Bahn fährt direkt vor dem Bahnhof ab und hält am Korenmarkt mitten im Zentrum, keine zwei Minuten von der Graslei entfernt.

Der zweite Bahnhof ist Gent-Dampoort östlich der Altstadt, kleiner, aber für einige Regionalzüge und für Hotels im Osten praktisch.

Tram und Bus: wie De Lijn funktioniert

Den Nahverkehr in ganz Flandern betreibt De Lijn. In Gent sind das Straßenbahnen und Busse, eine U-Bahn gibt es nicht. Für Besucher zählt vor allem die Linie zwischen Gent-Sint-Pieters und dem Korenmarkt.

Tickets kaufst du vor dem Einsteigen: über die App von De Lijn, an Automaten oder in Verkaufsstellen und Zeitungsläden. Beim Fahrer wird es teurer, und nicht jedes Fahrzeug verkauft überhaupt. Beim Einsteigen hältst du das Ticket an das Lesegerät, auch wenn es längst bezahlt ist. Wer mehrmals am Tag fährt, nimmt eine Tageskarte.

Gut zu wissen: Die Haltestellen im Zentrum heißen nach Plätzen, nicht nach Straßen. Merk dir Korenmarkt für die Altstadt, Gravensteen für die Burg und Sint-Pietersstation für den Rückweg, dann findest du dich in der Anzeige sofort zurecht.

Auto: Umweltzone mit Registrierungspflicht

Gent hat eine Umweltzone, die den größten Teil der Innenstadt abdeckt. Die Grenzen sind ausgeschildert, Kameras lesen die Kennzeichen automatisch. Entscheidend für dich: Fahrzeuge mit ausländischem Kennzeichen müssen vor der ersten Einfahrt online registriert werden, auch wenn sie die geforderte Abgasnorm erfüllen. Ohne Registrierung kommt ein Bußgeld per Post, ältere Diesel brauchen zusätzlich eine Ausnahme.

Dieselbe Regel gilt in Antwerpen und Brüssel, jeweils mit eigener Anmeldung. Wer eine Rundreise plant, erledigt alle Registrierungen zu Hause am Küchentisch. Für Pkw gibt es in Belgien keine Maut, die einzige nennenswerte Ausnahme ist die Liefkenshoektunnel bei Antwerpen. Alle Regeln für die Fahrt stehen im Beitrag Mit dem Auto nach Belgien.

Achtung: Die Registrierung muss vor der Einfahrt erfolgen, nachträglich hilft sie nicht mehr. Das gilt auch, wenn du nur zur Hotelgarage fährst oder das Gepäck abliefern willst.

Die autofreie Innenstadt verstehen

Der historische Kern ist seit Jahrzehnten weitgehend autofrei, und seit dem Umbau des Verkehrsplans ist die Innenstadt zusätzlich in Sektoren geteilt. Zwischen zwei Sektoren kommst du nicht direkt hindurch, sondern nur außen über den Ring. Für Ortsunkundige heißt das: Das Navigationsgerät schickt dich manchmal in Straßen, die für dich gesperrt sind, und du landest in einer Schleife.

Die einfache Lösung: Fahr gar nicht erst in die Mitte. Nimm einen Park-and-ride-Platz am Rand und steig auf Tram oder Bus um.

Parken: am Rand statt in der Mitte

Rund um Gent liegen mehrere Park-and-ride-Plätze mit Anschluss an den Nahverkehr. Sie sind günstiger als jede Tiefgarage im Zentrum, und du sparst dir die Suche. Ob die Weiterfahrt im Parkpreis enthalten ist, steht am Automaten, denn diese Regelung wird gelegentlich angepasst.

Im Zentrum gibt es Tiefgaragen, die aber ins Geld gehen. Straßenparkplätze sind fast überall gebührenpflichtig und in Wohnvierteln oft Anwohnern vorbehalten. Bezahlt wird mit dem Kennzeichen, kontrolliert wird streng.

Mit dem Rad

Gent ist flach und fahrradfreundlich, viele Einheimische fahren mit dem Rad zur Arbeit. Leihräder bekommst du an Verleihstellen und über Anbieter mit App. Kreuz Straßenbahnschienen immer im spitzen Winkel, sonst steckt das Vorderrad fest, und schieb in den engsten Gassen lieber.

Anreise aus Deutschland

Mit dem Zug fährst du über Brüssel, aus Köln bist du in rund drei Stunden da. Innerhalb Belgiens liegt Gent hervorragend: Brügge ist knapp eine halbe Stunde entfernt, Brüssel etwa eine halbe, Antwerpen rund eine Stunde. Tickets und Bahnkarten erklärt die Seite Belgien mit dem Zug. Wer fliegt, landet meist in Brüssel-Zaventem und nimmt von dort den Zug.

Was du in der Stadt sehen willst, steht bei den Sehenswürdigkeiten in Gent, den Rahmen gibt der Stadtführer Gent, und welches Viertel zum Übernachten passt, klärt die Seite zu Hotels in Gent.

Häufige Fragen

Wie kommt man vom Bahnhof Gent-Sint-Pieters ins Zentrum?

Am schnellsten mit der Straßenbahn, die direkt vor dem Bahnhof abfährt und in etwa 15 Minuten am Korenmarkt hält, mitten in der Altstadt. Zu Fuß brauchst du gut 30 Minuten durch Wohnviertel, das ist machbar, aber mit Gepäck unnötig. Tickets kaufst du vorher an Automaten oder in der App, beim Fahrer zahlst du mehr.

Wie funktioniert die Umweltzone in Gent für deutsche Kennzeichen?

Fahrzeuge mit ausländischem Kennzeichen müssen sich vor der ersten Einfahrt online registrieren, sonst wird ein Bußgeld fällig. Das gilt auch, wenn dein Auto die geforderte Abgasnorm erfüllt, denn die Kameras erkennen nur das Kennzeichen. Ältere Diesel brauchen zusätzlich eine Ausnahme. Antwerpen und Brüssel haben eigene Zonen mit eigener Anmeldung.

Braucht man in Gent ein Auto?

Nein, und im Zentrum ist es hinderlich. Die Altstadt ist weitgehend autofrei und in Sektoren geteilt, zwischen denen du nicht direkt hindurchfahren kannst. Dazu kommen Umweltzone und teure Tiefgaragen. Stell den Wagen auf einem Park-and-ride-Platz am Stadtrand ab und fahr mit Tram oder Bus hinein, das ist billiger und schneller.

Wie lange dauert der Zug von Brüssel nach Gent?

Rund eine halbe Stunde, mehrmals pro Stunde. Nach Brügge sind es knapp 30 Minuten, nach Antwerpen etwa eine Stunde. Aus Deutschland fährst du über Brüssel, aus Köln bist du in ungefähr drei Stunden in Gent. Damit ist die Stadt eine gute Basis, wenn du mehrere flämische Städte in einer Reise sehen willst.

Gibt es in Gent Park-and-ride-Plätze?

Ja, rund um die Stadt liegen mehrere Plätze mit Anschluss an Tram oder Bus. Sie sind deutlich günstiger als die Tiefgaragen im Zentrum und ersparen dir die Sektorenlogik der Innenstadt. Ob die Weiterfahrt mit dem Nahverkehr im Parkpreis enthalten ist, steht am Automaten, denn diese Regelung wird gelegentlich angepasst.