Auf einen Blick
- Bier der StadtDe Koninck, bestellt als „Bolleke“
- KlassikerGarnaalkroketten mit Nordseekrabben
- SüßAntwerpse handjes, Kekse und Pralinen in Handform
- AusgehviertelHet Zuid, Zurenborg, Eilandje
- FrittenAus der Frituur, Mayonnaise ist Standard
- ReservierenAbends im Zuid und am Wochenende sinnvoll
Ein Bolleke, bitte
De Koninck ist das Bier der Stadt, ein bernsteinfarbenes Ale, das in einem runden Glas serviert wird. Genau davon kommt der Name: Du bestellst kein De Koninck, du bestellst „een bolleke“. Gebraut wird im Süden der Stadt, auf dem Brauereigelände gibt es ein Besucherzentrum und mehrere Läden für Käse, Schokolade und Brot unter einem Dach.
Ansonsten gilt in Antwerpen, was in ganz Belgien gilt: Die Bierkultur gehört zum immateriellen UNESCO-Erbe, jedes Bier hat sein eigenes Glas, und in einer braunen Kneipe bekommst du eine Karte mit Dutzenden Sorten. Nördlich der Stadt, in Westmalle, wird echtes Trappistenbier gebraut, also im Kloster unter Aufsicht der Mönche. Die Abtei selbst kannst du nicht besichtigen. Abteibier ist etwas anderes: Es trägt einen Klosternamen, wird aber von einer normalen Brauerei hergestellt. Mehr dazu steht unter Bier in Belgien.
Was du probieren solltest
1 Garnaalkroketten
Zwei goldbraune Kroketten, gefüllt mit grauen Nordseekrabben, dazu frittierte Petersilie und eine Zitrone. Das ist die Vorspeise, an der du eine Küche erkennst: Handgepulte graue Krabben sind teuer, und wer sie durch billige Ware ersetzt, schmeckt es sofort heraus.
2 Stoofvlees mit Fritten
Rindfleisch, stundenlang in dunklem Bier geschmort, mit Senfbrot gebunden, dazu ein Berg Fritten. Das Gericht heißt auf Französisch Carbonade flamande und ist im Winter das beste Argument gegen das Wetter.
3 Antwerpse handjes
Kekse und Pralinen in Form einer Hand, seit den 1930er-Jahren im Verkauf. Sie erinnern an die Stadtsage vom Riesen Antigoon, der Schiffern die Hand abschlug, bis Brabo ihm seine eigene abschlug und in die Schelde warf. Du bekommst sie in Bäckereien und Pralinengeschäften, mehr zum Thema steht unter Schokolade in Belgien.
4 Muscheln und Aal
Muscheln mit Fritten gehören in die kühlere Jahreshälfte, Aal in Grünsauce ist der flämische Klassiker dazu. Nach dem Essen trinkt man in Antwerpen gern einen Kräuterlikör aus der Stadt, den es hier seit dem 19. Jahrhundert gibt.
Gut zu wissen: Viele Küchen schließen zwischen Mittag und Abend, und Sonntag oder Montag ist häufig Ruhetag. Für den Abend im Zuid reservierst du besser, spätestens am Wochenende.
Die Frituur verstehen
Fritten sind in Belgien Alltagskultur, keine Beilage und schon gar kein Fastfood. Sie werden zweimal frittiert, das macht sie außen fest und innen weich. Bestellt wird eine Tüte, dazu eine Soße, und die Standardantwort ist Mayonnaise. Wer mutiger ist, nimmt Stoofvleessaus, Andalouse oder Samurai. Frituren stehen an Plätzen und Straßenecken, viele haben einen festen Ruhetag, und manche nehmen nur Bargeld. Wie das System funktioniert, steht unter Pommes frites in Belgien.
Wo du isst: die Viertel
Het Zuid ist die erste Adresse: rund um den Marnixplaats, die Volkstraat und die Kais Vlaamse Kaai und Waalse Kaai reihen sich Restaurants, Weinbars und Cafés. Zurenborg im Osten ist das Wohnviertel mit den Jugendstilhäusern und einem Platz voller Terrassen, wo mehr Antwerpener sitzen als Gäste. Am Eilandje isst du am Wasser, mit Blick auf die alten Docks und den Weg zum MAS.
In der Altstadt ist der Unterschied zwischen gut und schlecht eine Frage von hundert Metern. Rund um den Grote Markt zahlst du für die Aussicht. Geh stattdessen in die Gassen dahinter, Richtung Hoogstraat und Vlaeykensgang, oder in die kleinen Straßen der Wilde Zee. Am Bahnhof liegt ein Viertel mit chinesischen, türkischen und koscheren Läden, das für einen schnellen Mittagstisch besser ist als sein Ruf.
Tipp: Frühstück findest du in Antwerpen selten vor neun. Dafür sind die Kaffeebars im Zuid, an der Kloosterstraat und rund um die Wilde Zee eine eigene Reise wert. Zum Kaffee gehört ein Koffiekoek aus der Bäckerei, das ist billiger als jedes Hotelbuffet.
Praktisches
Bedienungsgeld ist in Belgien im Preis enthalten, Trinkgeld ist freiwillig und wird meist aufgerundet. Kartenzahlung geht fast überall, kleine Frituren und Marktstände sind die Ausnahme. Was du sonst noch in Belgien probieren solltest, steht in der Liste 12 Gerichte, die du in Belgien probieren musst. Wo du danach schläfst, klärt die Seite zu Hotels in Antwerpen.
Häufige Fragen
Was ist ein Bolleke?
So bestellst du in Antwerpen ein De Koninck, das bernsteinfarbene Bier der Stadt. Der Name kommt vom runden Glas, in dem es serviert wird. Bestellst du nur „ein Bier“, bekommst du meist ein helles Pils. Wer das Bier an der Quelle probieren will, geht auf das Brauereigelände im Süden der Stadt, das ein Besucherzentrum hat.
Wo isst man in Antwerpen am besten?
Im Zuid rund um Marnixplaats und die Kais, in Zurenborg mit seinen Nachbarschaftsterrassen und am Eilandje mit Blick aufs Wasser. In der Altstadt gilt: nicht auf dem Grote Markt, sondern in den Gassen dahinter. Reservieren lohnt sich abends und am Wochenende, viele Küchen machen zwischen Mittag und Abend eine Pause.
Was sind Antwerpse handjes?
Kekse und Pralinen in Form einer Hand, die es seit den 1930er-Jahren gibt. Sie beziehen sich auf die Stadtsage vom Riesen Antigoon, der von Schiffern Zoll verlangte und ihnen bei Weigerung die Hand abschlug. Der römische Soldat Brabo schlug ihm daraufhin selbst die Hand ab und warf sie in die Schelde. Du bekommst sie in Bäckereien und Pralinenläden.
Ist Trinkgeld in Antwerpen üblich?
Bedienungsgeld ist im Preis enthalten, du musst also nichts geben. Üblich ist, den Betrag aufzurunden oder bei gutem Service etwa fünf Prozent zu lassen. In Kneipen zahlst du oft erst am Ende, dort wird schlicht auf den nächsten glatten Betrag gerundet. Kartenzahlung ist fast überall möglich, kleine Frituren nehmen manchmal nur Bargeld.
Wo bekommt man die besten Fritten?
In einer Frituur, nicht im Restaurant. Gute Erkennungszeichen sind eine Schlange von Einheimischen, frisch geschälte Kartoffeln und zwei Frittiergänge. Die Standardsoße ist Mayonnaise, dazu kommen Stoofvleessaus, Andalouse und Samurai. Viele Frituren haben einen festen Ruhetag, und einige nehmen ausschließlich Bargeld.




