Auf einen Blick
- NahverkehrMIVB / STIB mit Metro, Tram und Bus
- BahnhöfeMidi, Central und Nord, alle im selben Tunnel
- FlughafenBrussels Airport, Zug in rund 20 Minuten
- Umweltzonegesamte Region, Registrierung für ausländische Kennzeichen
- Mautfür Pkw keine, außer im Liefkenshoektunnel bei Antwerpen
Drei Bahnhöfe, ein Tunnel
Fast alle Züge, die Brüssel anfahren, durchqueren die Stadt in einem Tunnel und halten dabei an drei Stationen: Bruxelles-Midi, auf Niederländisch Brussel-Zuid, dann Bruxelles-Central beziehungsweise Brussel-Centraal und schließlich Bruxelles-Nord oder Brussel-Noord. Internationale Züge wie der ICE aus Köln und Frankfurt oder der Eurostar aus Paris und London halten nur in Midi.
Merk dir eine Regel: Für die Altstadt steigst du in Central aus. Von dort sind es fünf Minuten zu Fuß zum Grand-Place. Wer in Midi aussteigt, steht in einem großen, unübersichtlichen Bahnhof am Rand der Innenstadt und braucht noch eine Metrofahrt.
Achtung: Rund um den Bahnhof Midi und in vollen Metros arbeiten Taschendiebe. Rucksack vorn tragen, Handy nicht in der Gesäßtasche. Das ist keine Panikmache, sondern die häufigste Beschwerde von Besuchern.
Vom Flughafen in die Stadt
Der Bahnhof des Brussels Airport liegt direkt unter dem Terminal. Züge fahren mehrmals pro Stunde in die Stadt und brauchen bis Central rund zwanzig Minuten. Auf den Fahrpreis kommt ein fester Flughafenzuschlag, der beim Ticketkauf automatisch enthalten ist. Alternativ fährt ein Bus ins Europaviertel, der lohnt aber nur, wenn dein Hotel dort steht.
Tickets: Zugtickets kaufst du am Automaten, am Schalter oder in der App der belgischen Bahn. Für Fahrten innerhalb Belgiens brauchst du keine Reservierung, du steigst einfach ein. Am Wochenende gibt es günstigere Hin- und Rückfahrtangebote.
Charleroi ist nicht Brüssel
Viele Billigflüge landen auf dem Flughafen Brussels South Charleroi. Der liegt rund fünfzig Kilometer südlich der Hauptstadt in der Wallonie. Ein Shuttlebus fährt zum Bahnhof Midi und braucht etwa eine Stunde, bei Stau länger. Rechne für Transfer und Wartezeit insgesamt zwei Stunden ein, sonst wird die vermeintlich billige Verbindung zum Problem.
Metro, Tram und Bus
Der städtische Verkehrsbetrieb heißt auf Niederländisch MIVB und auf Französisch STIB, beide Kürzel stehen nebeneinander auf jedem Fahrzeug. Vier Metrolinien decken die Hauptachsen ab: Die Linien 1 und 5 fahren in Ost-West-Richtung durch die Innenstadt und weiter zum Europaviertel und zum Jubelpark, die Linien 2 und 6 folgen dem inneren Ring. Die 6 bringt dich außerdem zum Atomium.
Dazu kommen Straßenbahnen, die in der Innenstadt teilweise unterirdisch fahren, sowie ein dichtes Busnetz. Nachts am Wochenende verkehren Nachtbusse. Die Regionalbusse ins Umland gehören anderen Betreibern: De Lijn in Flandern, TEC in der Wallonie. Für Ausflüge in die Randgemeinden ist das wichtig, weil Tickets nicht immer gegenseitig gelten.
Tickets und Einchecken
Ein Einzelticket gilt eine Stunde lang, in dieser Zeit kannst du beliebig oft umsteigen. Es gibt Mehrfahrtenkarten und Tagestickets, die sich ab drei Fahrten pro Tag rechnen. An vielen Metrosperren kannst du direkt mit kontaktloser Bankkarte einchecken, sonst kaufst du am Automaten in der Station.
Wichtig: Du musst bei jedem Einstieg validieren, auch beim Umsteigen und auch in Tram und Bus. Kontrollen sind häufig, und wer ohne gültige Validierung erwischt wird, zahlt ein hohes Zuschlagsentgelt. Aktuelle Tarife und Netzpläne findest du auf der offiziellen Seite des Verkehrsbetriebs.
Tickets: Für zwei bis drei Tage lohnt fast immer ein Tagesticket oder eine Mehrfahrtenkarte. Rabattkarten für Museen enthalten manchmal ein Nahverkehrsticket, prüf das vor dem Doppelkauf.
Mit dem Auto: Umweltzone und Registrierungspflicht
Die gesamte Region Brüssel-Hauptstadt ist Umweltzone, also alle 19 Gemeinden, rund um die Uhr an jedem Tag des Jahres. Kameras lesen die Kennzeichen. Wer mit einem ausländischen Kennzeichen einfährt, muss sich vorher einmalig online registrieren, sonst droht ein Bußgeld, auch wenn das Fahrzeug die Abgasnorm erfüllt.
Welche Normen ausgeschlossen sind, wird stufenweise verschärft, deshalb prüfst du die aktuellen Regeln kurz vor der Reise. Antwerpen und Gent haben eigene Umweltzonen mit eigener Registrierung, siehe Verkehr in Antwerpen und Verkehr in Gent. Für Pkw gibt es in Belgien keine Maut, einzige Ausnahme ist der Liefkenshoektunnel bei Antwerpen. Alles zur Fahrt über die Grenze steht unter mit dem Auto nach Belgien.
Parken
Parken in Brüssel ist teuer und die Suche zäh. Am günstigsten fährst du zu einem Park-and-Ride an einer Metroendstation und steigst dort um. Parkhäuser in der Innenstadt sind reichlich vorhanden, aber die Zufahrt führt oft durch Einbahnstraßen und Fußgängerzonen. Wenn dein Hotel eine Garage anbietet, buch sie mit, siehe Hotels in Brüssel.
Rad, Roller und zu Fuß
Brüssel hat ein Leihradsystem mit Stationen über die ganze Stadt und dazu E-Tretroller, die nur in markierten Zonen abgestellt werden dürfen. Radfahren ist besser geworden, bleibt aber anspruchsvoll: Der Verkehr ist dicht, und zwischen Unter- und Oberstadt liegen ordentliche Steigungen.
Zu Fuß kommst du in der Innenstadt am schnellsten voran. Rechne mit grobem Kopfsteinpflaster und mit Höhenunterschieden. Kostenlose Aufzüge und Rolltreppen verbinden Unter- und Oberstadt, etwa an der Place Poelaert. Weitere Kniffe stehen in den Brüsseler Insider-Tipps, und eine Übersicht zu Zugreisen im Land findest du unter Belgien mit dem Zug.
Barrierefrei unterwegs
Viele Metrostationen haben Aufzüge, neuere Trams und Busse sind niederflurig, ältere Trams dagegen nicht. Die Bahnhöfe bieten Hilfe beim Ein- und Aussteigen an, die du vorab anmelden solltest. Das größte Hindernis in der Altstadt ist nicht der Nahverkehr, sondern das Pflaster.
Häufige Fragen
An welchem Bahnhof steigt man in Brüssel am besten aus?
Für die Altstadt an Bruxelles-Central, von dort sind es fünf Minuten zu Fuß zum Grand-Place. Internationale Züge halten allerdings nur in Bruxelles-Midi, dort steigst du dann in die Metro oder in einen der Regionalzüge um, die im selben Tunnel zu Central und Nord weiterfahren.
Wie kommt man vom Flughafen nach Brüssel?
Mit dem Zug vom Bahnhof direkt unter dem Terminal, mehrmals pro Stunde, bis Bruxelles-Central rund zwanzig Minuten. Im Fahrpreis steckt ein fester Flughafenzuschlag. Ein Bus fährt ins Europaviertel, was nur bei passendem Hotel sinnvoll ist. Wer in Charleroi landet, braucht mit Shuttlebus insgesamt etwa zwei Stunden.
Muss ich mein Auto für Brüssel registrieren?
Ja, wenn du ein ausländisches Kennzeichen hast. Die gesamte Region ist Umweltzone, und die einmalige Online-Registrierung ist vor der ersten Einfahrt Pflicht, unabhängig von der Abgasnorm. Ohne Registrierung riskierst du ein Bußgeld. Antwerpen und Gent haben eigene Zonen mit eigener Anmeldung.
Lohnt sich ein Tagesticket für den Nahverkehr?
Ab etwa drei Fahrten am Tag rechnet es sich. Ein Einzelticket gilt eine Stunde inklusive Umsteigen, was für kurze Wege oft reicht. Wer viel zwischen Ober- und Unterstadt, Atomium und Europaviertel pendelt, fährt mit Tages- oder Mehrfahrtenkarte günstiger. Validieren musst du bei jedem Einstieg.
Ist Brüssel zu Fuß gut zu erkunden?
Die Innenstadt ja, sie ist in einer halben Stunde durchquert. Rechne aber mit grobem Kopfsteinpflaster und mit dem Höhenunterschied zwischen Unter- und Oberstadt. Kostenlose Aufzüge und Rolltreppen nehmen dir den steilsten Teil ab. Für Atomium, Jubelpark und Europaviertel nimmst du die Metro.



